Martin Wörner, Münster
Klassische Moderne und Volkskunst
Der Einfluß sogenannter primitiver Glossary ::: show glossary-entry primitiver Kulturen auf die Kunst des späten19. und frühen 20. Jahrhunderts ist ein zentrales Thema der Kunst-geschichte. Primitivismus bezeichnet hierbei die Inspiration durch dieVölker Afrikas, des Orients Glossary ::: show glossary-entry Orients, Asiens oder Ozeaniens.² In diesem Zusam-menhang von Bedeutung ist aber auch die Anregung durch das„, Fremdeim Eigenen"- die jeweilige regionale oder nationale Volkskunst.³ SchonPaul Gauguin, der„ Stammvater des modernen Primitivismus", warwährend seiner frühen Schaffensphase von der„ wilden, primitiven Glossary ::: show glossary-entry primitiven"Bretagne beeindruckt und bezog Anregungen aus der ländlichen Ein-fachheit der bretonischen Volkskunst: ,, c'est sauvage mais c'est l'art."
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Diese Faszination für das„ Primitive Glossary ::: show glossary-entry Primitive" beschränkte sich freilich nichtnur auf die Kunst: Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war auch von Seitenverschiedener Wissenschaftsdisziplinen- Anthropologie, Ethnologieoder Völkerpsychologie ein großes Interesse an einfachen, alsursprünglich begriffenen Kulturen zu beobachten.
1 Vgl. v.a. Robert Goldwater: Primitivism in Modern Art. New York 1967; William Rubin( Hg.): Primitivismus in der Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts. München 1984.
Der Begriff ,, primitiv Glossary ::: show glossary-entry primitiv" wurde im untersuchten Zeitraum überwiegend wertfrei gebraucht; siehehierzu v.a. William Rubin: Der Primitivismus in der Moderne. Eine Einführung. In: Ders.( wieAnm. 1), S. 8-91. Sally Price hat jedoch gezeigt, daß noch heute der Gegensatz von„, zivilisiert"und ,, primitiv Glossary ::: show glossary-entry primitiv" die kulturelle Wahrnehmung der westlichen Welt dominiert; Sally Price: Primi-tive Glossary ::: show glossary-entry tive Kunst in zivilisierter Gesellschaft. Frankfurt a. M./New York/ Paris 1992.
3 Vgl. hierzu besonders Gottfried Korff: Volkskunst und Primitivismus. Bemerkungen zu einerWahrnehmungsform um 1900. In: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde 97( 1994), S. 373-394, bes. S. 376-388.
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Kirk Varnedoe: Paul Gauguin. In: William Rubin( wie Anm. 1), S. 187-217; hier S. 187.J'aime la Bretagne. J'y trouve la sauvage, le primitif." Zit n. M. Malingue: Lettres deGauguin. Paris 1946, S. 332.
6 Zit. n. Werner Haftmann: Malerei im 20. Jahrhundert. Eine Entwicklungsgeschichte. München81993, S. 33.