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Volkskunst : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1995 in Wien
Entstehung
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Regina Bendix, Philadelphia

Gartenästhetik

Anmerkungen zum Umgang mit Außenräumen in den USA

Während der Österreichischen Volkskundetagung 1992 in Salzburghatten wir alle das Vergnügen einer Gartentour, anläßlich derer wir imSchloßpark Hellbrunn vor erzbischöflichen Wasserspäßen aus dem 17.Jahrhundert Deckung suchen mußten.' Solch ästhetisch- spielerischeAusgestaltung von Gärten- wie der Besitz von Gärten als Lust- statt alsNutzraum überhaupt- waren bis weit ins 19. Jahrhundert ein Privilegder Oberschichten. Dies erklärt zumindest teilweise, warum eine vor-nehmlich mit dem Volk" beschäftigte Wissenschaft Gartenkunst und-künstler bislang kaum beachtet hat.² Ein zweiter Grund für die Margina-lisierung dieses Gebietes liegt darin, daß sich die Volkskunstforschungstark auf Objekte konzentrierte, nicht zuletzt deshalb, weil hier eindirekter Bezug auch zur musealen Ausstellungspraxis bestand( vgl.Kirshenblatt- Gimblett 1991).³

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Gärten eignen sich kaum für diese Praxis. Sie sind verwurzelt, lassensich allenfalls nachbilden, aber wenn man einmal vom aufrollbarengrünen Golfrasen absieht nur schlecht transportieren. Ein Teil ihrer

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¹ Erzbischof Markus Sittikus von Hohenems hatte die Hellbrunner Wasserspiele 1613-1619durch S. Solari errichten lassen.

2 Zu nennen wäre Plessen( 1984), deren Schwerpunkt allerdings auf den Ausnahmen unter denGartenkünstlern liegt, auf Menschen, die in Europa, hier insbesondere Frankreich, durch ihreaußerordentlichen Gärten aufgefallen sind. Eine Arbeit zu Schrebergärten im Rahmen einerTübinger Ausstellung bildet eine der früheren Ausnahmen( Karus und Schmitt 1986), ebenso einWiener Projekt zu Schrebergärten( Bockhorn 1985).

3 Auf einen weiteren wissenschaftsgeschichtlichen Exkurs zur wechselnden Definition undEingrenzung von Volkskunst zwischen Feudalismus und Postmoderne wird hier verzichtet. Füreine knappe Übersicht siehe Korff( 1986) und Niederer( 1987)- beides übrigens Arbeiten, die imZusammenhang mit neuartig konzipierten Museumsausstellungen entstanden sind.

Natürlich gibt es die Gartenschau als kulturelle Institution, in den USA z.B. die County Fair,eine Regionalausstellung, in der nebst Tieren, Gartenprodukten und Bastelarbeiten bisweilen