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Das neue Heft 2/2026 der Nachrichten. Volkskundemuseum Wien ist da.
Alben
Nur Mittel zum Zweck? Die frühen Negative des Volkskundemuseum Wien
Die ersten 1.500 Nummern des Negativinventars – überwiegend Glasplatten – zeigen „das Ländliche“ im Alpen- und Donauraum zwischen 1900 und 1938: Bauernhäuser, Dorfplätze, Trachten und sakrale Objekte. Aufgenommen von Museumsmitarbeiter:innen und regionalen Fachleuten verweisen sie auf die Forschungsschwerpunkte und Bildästhetik ihrer Zeit. Viele Negative entstanden als Reproduktionen von Positivbildern oder als Ausschnitte aus Publikationen. Sie dienten der Herstellung von Abzügen, Dias und Druckabbildungen und galten lange nur als Mittel zum Zweck. Heute jedoch werden sie zunehmend als eigenständige materielle Objekte vor allem in Forschungszusammenhängen geschätzt: Retuschen, Eingriffe, Materialabbau und Spuren der Lagerung treten in farbigen Digitalisaten sichtbar hervor und eröffnen neue Erkenntnisse für verschiedene Disziplinen.
Stickvorlagen
Die im Sammlungsbestand des Volkskundemuseum Wien befindlichen Musterblätter für Straminstickerei geben Einblick in die Vielfalt an Motiven der seit der Biedermeierzeit in Massen hergestellten Stickvorlagen. Ein schier endloses Angebot an figuralen, floralen und ornamentalen Vorlagen auf Patronenpapier stand im 19. Jahrhundert zur Auswahl. Die Stickmuster wurden von Damen gehobener Schichten für ihre Handarbeiten als standesgemäße Freizeitbeschäftigung im geselligen Kreis genutzt, aber genauso von Stickerinnen, die damit ihren Unterhalt verdienen mussten.
Der Bestand im Museum besteht aus rund 200 Stickvorlagen für Straminstickerei. Es handelt sich dabei um Einzelblätter unterschiedlichster Formate, wovon wiederum die Mehrzahl als handkolorierte Tupfmuster ausgeführt ist. Die Stickvorlagen stammen zumeist aus dem Angebot bekannter Verlage und Kunsthandlungen in Wien und Berlin. Besonderes Augenmerk gilt in diesem Beitrag den Blättern aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Bauchranzen: Pracht zum Umschnallen
Bauchranzen sind breite, meist aufwendig bearbeitete Schnallengürtel aus Leder, die bis heute hauptsächlich in Teilen Österreichs, Italiens, Deutschlands Tschechiens, Rumäniens und Polens getragen werden. Sie dienen sowohl praktischen als auch repräsentativen Zwecken. Die Herstellung erfordert erheblichen Zeit-, Material- und Arbeitsaufwand, was besonders in der Vergangenheit den sozialen Status der Trägerin oder des Trägers widerspiegelte. Neben ihrer Funktion als prächtige Lederaccessoires sowie Aufbewahrungs- und Transportmittel haben sie oft persönliche und symbolische Bedeutungen und sind Ausdruck von Zugehörigkeit. Die darauf eingearbeiteten prächtigen Verzierungen reichen von Federkiel-, Gold- und Zirmstickerei bis hin zu Beschlägen aus Zinn- oder Messingnieten. Diese Art von Gürteln wird bis heute in Trachten- und Schützenvereinen oder bei festlichen Anlässen getragen.
Die unterschiedlichsten Bauchranzen wurden seit Museumsgründung 1894 vom Volkskundemuseum Wien erworben. Inzwischen befinden sich rund 230 Stück in der Textil- und Bekleidungssammlung. Hier – in der Online Sammlung Plus – geben 50 (Stand April 2026) ausgewählte Exemplare Einblick in die Vielfalt von Herstellungs- und Verwendungsorten, Formen, Materialien, Techniken und Motiven.
Zuletzt digitalisiert
- 2 (2026)vom 27.4.2026
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