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Bernhard Purin, Nürnberg
Wo ein jüdisches Herz wirklich ausruhen kann..."
Notizen zur jüdischen Volkskunst im Museum
Wenn man die vor 1938 erschienene deutschsprachige Literatur biblio-graphiert, finden sich sofort zahlreiche Belege zum Stichwort„ jüdischeVolkskunst", und auch in den letzten Jahren sind im angelsächsischenBereich und in Israel zahlreiche Veröffentlichungen zu konstatieren, diesich mit„, Jewish folkart" beschäftigen. Doch so häufig sich dieserBegriff einer jüdischen Volkskunst findet, so undeutlich bleibt das, wasdamit gemeint ist. Im folgenden sollen einige Hinweise zur Geschichtedieses Begriffs gegeben werden, die zum Teil eng mit der Geschichte derJüdischen Museen verbunden ist, zum Teil aber auch in direkter Oppo-sition zu diesen stand.
In Wien begann in den frühen neunziger Jahren des vorigen Jahrhun-derts der Maler Isidor Kaufmann, der sich bis dahin vorwiegend mitbelangloser, den Geschmack des gründerzeitlichen Bürgertums bedie-nender Genremalerei beschäftigt hatte, die Welt der Judendörfer inMähren und der Schtetl in Galizien zu entdecken. Kaufmann, ein ausUngarn stammender, assimilierter Jude, malte auf seinen Reisen Por-traits von Rabbinern und Talmudschülern, Ansichten von Synagogenund Stuben, in denen galizische Juden den Schabbat feierten. UndKaufmann begann auch zu sammeln. Als 1899 das Kuratorium desWiener Jüdischen Museums Kaufmann um Mitarbeit bei der Ausgestal-tung des Museums ersuchte, setzte dieser seine Stuben- Interieurs imRaum um: Mit den von ihm gesammelten Möbeln, Hausrat und Wand-schmuck gestaltete er ein- in den Museumsführern als„, von der Mei-sterhand unseres Collegen Isidor Kaufmann geschaffene' Gute Stube' ,,bezeichnetes- Ensemble, das sich zum einen dadurch auszeichnete, daßes sich um das erste Stubenensemble in einem Museum handelte, das