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Kincsõ Verebélyi, Budapest
Stilfragen in der Volkskunstforschung
Mit ungarischen Beispielen
Seit den Anfängen der Volkskunstforschung konnten die Wissenschaftlerdie sich ihnen bietenden Probleme auf zwei verschiedene Weisen an-gehen. Die eine leitet ihre Thesen vom Wesen der Volkskunst ab. Indiese Gruppe gehören, wenn wir sie nicht zu eng fassen, alle Bestre-bungen, die die Volkskunst als eine kunstsoziologische Erscheinungauffassen und sich dementsprechend das Ziel setzen, jene Tätigkeits-formen, deren Ergebnisse wir zusammenfassend und traditionellerweiseVolkskunst“ nennen, in das System der gesellschaftlichen Tätigkeiteneinzureihen. Natürlich sind innerhalb der einzelnen Annäherungsweisenverschiedene Varianten möglich, und wenn man eine Gesamtpanoramaerstellen würde, könnte man sicher sehr unterschiedliche Ansichten zurselben Gruppe zählen. Als Beispiel will ich nur an den alten Gegensatzzweier Auffassungen erinnern: der einen erscheint die Volkskunst quasials Vulgärlatein neben der Stilkunst( B. Deneke), der anderen als quali-tätsvolle künstlerische Schöpfung. Jedenfalls zählen zu dieser Gruppejene Werke der europäischen Fachliteratur, die die Gesetzmäßigkeitender volkskünstlerischen Schöpfung erfassen wollen.
In die zweite Gruppe meiner groben Einteilung gehören solcheSchriften, die sich in einem lokalen, nationalen oder europäischen Rah-men mit einzelnen Gegenstandsgruppen beschäftigen.
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Freilich kann man auch in der ersten Gruppe eine Tendenz beobach-ten, konkrete Gegenstandsgruppen etwa Volkstümliche Keramik",Volkstümliche Möbel“ oder„ Volkstümliche Graphik"- zur Grundlagefür Verallgemeinerungen zu nehmen. Und auch jene Forscher, die denkünstlerischen Wert der behandelten Gegenstände nicht bestreiten,
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