Nicole Kuprian, Bad Gandersheim
Bett- Textilien- buntkariert
Ein Gebrauchsgegenstand zwischen Volkskunst, Hausfleißund Hausindustrie"
Karierte Bettwäsche. Blau- weiß, rot- weiß oder blau- rot- weiß kariert.Wem wäre sie nicht bekannt, wer hat nicht womöglich schon einmaldarin geschlafen?
Bett- Textilien sind uns heute selbstverständliche und alltäglicheGebrauchsgüter. Als Teil einer vergangenen wie gegenwärtigen Sach-kultur stehen sie in enger Beziehung zu den Schlafgewohnheiten desMenschen. Ebenso aber bestimmten und bestimmen ökonomische, tech-nische, soziale, hygienische und ästhetische Aspekte die Herstellungs-weise und den Umgang mit den Textilien. Bettwäsche war und ist einge-bunden in die alltäglichen geschlechtsspezifischen Handlungsabläufe desMenschen. Sie wurde und wird hergestellt, erworben, gebraucht, ersetzt,umgenutzt und entsorgt.²
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Über die Sachgutbestände musealer Sammlungen von Bettwäsche istbisher kaum geforscht worden. Dies liegt zum einen an der dürftigenQuellenlage, die nur wenige konkrete Aussagen über Bettbezüge, Kopf-kissenbezüge oder Laken hergibt, und zum anderen am relativ leicht ver-gänglichen Material dieses Gebrauchsobjektes.³ Die ältesten überhaupterhaltenen Bett- Textilien stammen aus der zweiten Hälfte des 16. Jahr-
1 Die mündliche Form des Vortrages wurde weitgehend beibehalten und lediglich um Nachweiseergänzt.
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² Andrea Hauser: Dinge des Alltags. Studien zur historischen Sachkultur eines schwäbischenDorfes. Tübingen 1994, S. 19-26 und S.56-60.
3 Vergleiche hierzu Wolfgang Brückner: Dingbedeutung und Materialwertigkeit. In: BayerischeBlätter für Volkskunde. Heft 1, 1995, S.15-32.