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Volkskunst : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1995 in Wien
Entstehung
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Bärbel Kleindorfer- Marx

Bald folgten eine Reihe von Bestellungen nationalsozialistischerOrganisationen, die die große Akzeptanz dieses Möbelstils belegen.Ende November 1935 lieferte Schoyerer ein bemaltes Bauernzimmer andie N.S. Kulturgemeinde Abteilung Volkstum& Heimat bei der Gau-dienststelle Bayerische Ostmark in Bayreuth. Der Reichsbund,, Volkstum und Heimat" war der NS- Gemeinschaft K.d.F. unterstellt.Die Abteilung 4 des Reichsbunds hatte sich um Heimatgestaltung undVolkskunst zu kümmern. Im einzelnen verstand man darunter dieBeschäftigung mit Volkskunst, Handwerkskultur, Trachtenpflege,Schnitzen, Weben, Landsmannschaften und Bäuerlichen Fragen". DieSendung wurde nach Berlin geschickt und dort auf der Weihnachtsschauam Funkturm in der Abteilung Bayerische Ostmark gezeigt. Neben denMöbeln¹² wurde auch ein, sehr schöner Fleckerlteppich und Anhängerfür Christbaum& Tannenzweige" eingepackt; in Berlin sollte einekomplette ,, Weihnachtsstube" nach dem Entwurf Zells aufgebaut wer-

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Die D.A.F. ,, Abteilung Schönheit der Arbeit bestellte bei SchoyererLampen mit Holzgestell. Die Bayerische Ostmark- Gilde" in Bayreutherhielt eine bemalte Bauernstube. Mehrere neuerbaute Hitlerjugend-Heime wurden mit Bauernstuben Modell Zell ausgestattet. Diese HJ-Heime wurden im Rahmen der von Reichsjugendführer Baldur vonSchirach propagierten Heimbeschaffungsaktion errichtet, deren Ziel eswar, jeder Ortschaft einen eigenen Neubau für die Hitlerjugend zu ver-schaffen. Der Baustil sollte landschaftsgebunden sein, d.h. er solltedie typischen Dachformen und Materialien der jeweiligen Region auf-greifen. Flachdächer und moderne Baustoffe waren verpönt. Für dieInneneinrichtung war in jedem Detail deutlich erkennbare handwerklicheGestaltung gefordert. Durch ideologische Vorgaben wurde Regiona-lismus im Einrichtungsstil erzwungen, hier konnten bemalte Möbel ihrenPlatz finden. An den Reichsführer SS Reichskommissar für die Festi-gung deutschen Volkstums" in Berlin- Halensee lieferte Schoyerer insge-

12 Die Lieferung umfaßte laut Verkaufsbuch, 1 Bauernzimmer auf chemisch gebeiztem Grundhandbemalt, bestehend aus: 1 Büffet, 1 Eckbank, 1 Tisch, 6 Stühle, 1 6eckiger Lüster, 2 Arm-lehnsessel, 1 Eckschränkchen, 1 Eck- Etagere, 1 grosses Wandbrett, 1 Uhrkästchen, 1 Spiegel, 1Klapptisch" für 650 Reichsmark.

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Regina Prinz: Hitlerjugend- und Parteiheime. In: Winfried Nerdinger( Hg.): Bauen im Natio-nalsozialismus. Bayern 1933-1945. Katalog der Ausstellung des Architekturmuseums der Tech-nischen Universität München und des Münchner Stadtmuseums, München 1993, S. 146-177.