Wa( h) re Volkskunst?
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Werfel wurde 1890 in Prag geboren und starb 1945 in Beverly Hills,California, USA. Der Sohn eines jüdischen Kaufmanns nahm 1915-1917am Ersten Weltkrieg teil und lebte anschließend in Wien. 1938 emi-grierte er nach Frankreich. Nach dem Einmarsch der Deutschen gelangihm 1940 eine abenteuerliche Flucht über die Pyrenäen nach Spanienund Portugal. Von dort aus gelangte er in die USA.
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Dem durch rassische Verfolgung zur Flucht gezwungenen Heimat-losen wird ,, Das Bleibende“, das diese ästhetischen Erzeugnisse, dieseVolkskunst“ verschiedener Völker für ihn verkörpern, zur Metapher fürHeimat und Schutz, Tradition und Wurzeln, für Dauer, in der Sicherheitund Geborgenheit liegen, und sogar für Identität und Einheit in der Viel-falt. Denn dem kosmopolitischen Altösterreicher aus dem Vielvölker-staat der Monarchie waren multikulturelle Sichtweise und„ cultureswitching" Selbstverständlichkeiten.
Selbst wenn so manches cum grano salis von einem auf andere volks-kulturelle Bereiche übertragbar ist, erhebt sich doch die Frage, ob- undwenn ja, wie- sich Loos expressis verbis zur Volkskunst äußert. Diesbe-züglich wird man enttäuscht. Das Wort„, Volkskunst“ ist bei Loos nichtzu finden, wohl aber ist von„ Heimatkunst“( gleichnamiger Aufsatz1914, Loos 1962, 331ff.) die Rede. In der Heimatkunst erblickten dieArchitekten seiner Zeit den' Rettungsanker im Meer der Stillosigkeit".,, Die bauernhäuser erscheinen diesen herren exotisch Glossar ::: zum Glossareintrag exotisch, was sie mit demworte malerisch umschreiben. Malerisch erscheinen die kleidung derbauern, ihr hausrat und ihre häuser nur uns.(....) was aber ein echterheimatkünstler ist, der wird auch für das richtige moos sorgen. Auch diehauswurz ist nicht zu vergessen.(...) Nur immer ländlich schändlich.“
Wieder zurück zu Tietze. Die prägende Kraft im Verständnis vonVolkskunst kommt in beiden genannten Faktoren( wissenschaftsbezogenund nostalgisch- retrospektiv) dem Historismus- im Sinn der Durchdrin-gung der Wirklichkeit mit Aspekten der Geschichte- zu. Die Relikte ausder materiellen Kultur wurden als„ angewandte Kunst" dem( kunsthistorischen) Ordnungsschema eingefügt und Teilbereich dieserDisziplin mit Erkenntniswert für die künstlerische bzw. allgemeinekulturelle Entwicklung( Deneke 1992, 7). Nach Alois Riegl fanden dieEigentümlichkeiten der Kunstperioden in den Arbeiten des sogenannten,, Kunstgewerbes", im besonderen in den Flächenverzierungen der