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Reinhard Johler
Kunst, Elite und Bauern- zu schließen antrat- so wie in Wyspianskis
Theaterstück.
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Produktion und( bis heute fortgeführte) Wahrnehmung dieses( Volkskunst-) Bildes sind auf Konstruktionen fundiert. Bereits AloisRiegl hatte eine ökonomisch begründete und zivilisatorisch gelebte,, östliche Beharrlichkeit“ konstatiert, die„ vom westlichen Neuerungs-sinn noch nicht durchdrungen war. Dieser angezeigte Ost- West- Kon-trast schloß mehrere zentrale Deutungen ein: Die slawischen Völkerbesaßen noch als Ressource, was hier bereits verloren war, denn derenÜberlegenheit im Besitz von nationaler( Volks) Kunst war zeitgenös-sischer common sense. Zudem war weitestgehend unumstritten, was abden den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts als Frage aufgeworfenund etwa von Michael Haberlandt negativ abgeurteilt wurde: die Exi-stenz einer eigenständigen slawischen Ornamentik im besonderen bzw.einer autochthonen slawischen( Volks) Kunst insgesamt. Es sollte aber indiesem Zusammenhang nicht vergessen werden, daß diese Debatten nurin bestimmten intellektuellen Segmenten als ein Vorteil der Slawen gese-hen wurden. Denn für die Modernisierungseliten ließ sich dieses Bildleicht umdrehen: Ein Zuviel an Folklore bedeutete Rückständigkeit undfehlende Zivilisation. Arthur Haberlandt hatte in gewissem Sinne diesesBild zu methodisch- wissenschaftlicher Überzeugung umgeformt: Ersetzte altertümlich- prähistorisch und slawisch parallel.
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Daß dieser recht stabile Stereotypenhaushalt auch genutzt werdenkonnte, wo die Ausgangssituation eine gänzlich andere war, zeigt dievom Direktor des böhmischen Nationaltheaters Subert initiierte„ cecho-slawische Volkskunde- Ausstellung" in Prag 1895. DeutschsprachigeRezensenten besprachen das Gezeigte mit viel Lob," allerdings beklagteMichael Haberlandt„ die nationale Begeisterung“, die mehr als das reinwissenschaftliche Interesse" bei der Gestaltung„ mitgesprochen“ hätte.Denn was national interpretiert worden sei, gelte in Wahrheit als durch-
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68 Alois Riegl: Volkskunst, Hausfleiß und Hausindustrie. Berlin 1894, S. 29.
69 Vgl. mit vielfältiger Literaturangabe Deneke( wie Anm. 46), S. 187 f. u. 200.
70 Arthur Haberlandt: Prähistorisches in der Volkskunst Osteuropas. In: Werke der Volkskunst I.Wien 1914, S. 33-40.
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Vgl. etwa Matthias Murko: Zur Geschichte und Charakteristik der Prager ethnographischenAusstellung im Jahre 1895. In: Mittheilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien 25/15,1895, S.[ 90]-[ 98].