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Volkskunst : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1995 in Wien
Entstehung
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Bärbel Kleindorfer- Marx

Das Amt Schönheit der Arbeit hatte keine exekutive Gewalt,konnte die Herstellung bestimmter Typen nicht erzwingen, doch durchPublikationen und Ausstellungen20 wurden die ästhetischen Zielsetzun-gen massiv propagiert. Der nationalsozialistischen Ästhetik konformeProdukte der Industrie wurden mit dem Markenzeichen, Modell Schön-heit der Arbeit gefördert. Auch auf die handwerkliche Möbelgestaltungwurde Einfluß genommen.

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Das Amt Schönheit der Arbeit und das Reichsheimstättenamt, das diegemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften gleichgeschaltet hatte undden Wohnungsbau lenkte, ließen Musterentwürfe für einfache Möbel ausheimischen Werkstoffen in betonter Schlichtheit, manchmal mit spar-samer Bemalung, zeichnen und veröffentlichen. Dem Schreiner wurdedamit ein Vorlagenwerk an die Hand gegeben, das die gewünschteFormgebung vermittelte. Namhafte Architekten und Gestalter, Mit-glieder der Kunstakademien und Gewerbeschulen, lieferten Möbelvor-lagen, die sich an ,, altem Handwerksgut orientierten und Bauernmöbel,, als Beispiel teils für sachgemäße Formgebung, teils für guten, ein-fachen Ausschmuck der Möbel, vor allem auch in handwerklicher Male-rei heranzogen. Es erschien eine Reihe von Publikationen, die,, Handwerksmöbel 23 und Neue Gebrauchsmöbel" vorstellten, die sichin Konstruktion und Form an historische Vorbilder anlehnten. AlsWerkstoff wurde das gewachsene, naturbelassene Weichholz propa-giert.

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In gleicher Weise traten Artikel in Kunstgewerbe- und Architektur-zeitschriften für die Ausstattung städtischer Wohnungen mit Bauern-möbeln ein ,,, die von der schlichten Ehrlichkeit, von der Kraft und der

Heskett: ,, Modernismus und Archaismus im Design während des Nationalsozialismus. In:Berthold Hinz( Hg.): Die Dekoration der Gewalt. Gießen 1979, S. 53-60, hier S. 58.

19 1935 gab die ehemalige Werkbund- Zeitschrift Die Form" ein Sonderheft Schönheit derArbeit heraus, das u.a. Mustervorschläge für Landarbeiterwohnungen machte.

Reichsamt ,, Schönheit der Arbeit"( Hg.): Das Möbelbuch(= Band 2 der Schriftenreihe desAmtes ,, Schönheit der Arbeit). Berlin 1937.

20 Führer durch die Ausstellung Schönheit der Arbeit und Die Arbeit in der Kunst. München1937. Gesetz und Gestalt. Führer durch die Ausstellung Handwerkliches Vorbildgut in derNeuen Sammlung. München 1936.

21 Reichsheimstättenamt der Deutschen Arbeitsfront( Hg.): Schönheit des Wohnens. Ein Bild-werk über Deutsche Wohnmöbel. Freiburg o.J.( nach 1940).

22 Theda Behme: Schlichte deutsche Wohnmöbel. Deutscher Bund Heimatschutz/ Arbeits-gemeinschaft für Deutsche Handwerkskultur. München 1928, S. 7.

Hans Beblo: Handwerksmöbel. Tische(= Heft 1). Stuttgart 1936.