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Volkskunst : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1995 in Wien
Entstehung
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Bärbel Kleindorfer- Marx

Möbelmalerei angeregt worden waren, arbeiteten auch Leute wie derFreskomaler Karl- Heinz Dallinger², der durch seine monumentalenWandgemälde im Haus der Deutschen Kunst, die dem völkischenKunstgeschmack und dem Blut- und- Boden- Stil der Nationalsozialistenentsprachen, bekannt wurde, für Schoyerer.

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Das Schlafzimmer Modell Zell³ war in Fichte erhältlich, mitgebeiztem oder blau, grün oder gelb gestrichenem Grund, auf den nachWahl des Kunden die verschiedenen Motive gemalt wurden. Die Feldersind zum einen mit figürlichen Motiven, mit Szenen aus dem,, Bauernleben", bemalt. Die vier Jahreszeiten sind anhand von bäuer-lichen Arbeiten während des Jahreslaufs- Aussaat, Ernte, Almabtrieb,Schlittenziehen dargestellt. Pendants sind die Figuren eines Schnittersmit Sense und einer Bauernmagd mit Sichel und Ährenbündel ebensowie ein Schäfer mit seiner Herde und ein Bauer mit seinem Pferd. DieMalweise kann die Nähe zu den heroischen Bauerndarstellungen derdreißiger Jahre, etwa eines Julius Paul Junghanns( 1876- 1953), nichtleugnen. Daneben finden sich aber auch biedermeierlich anmutendeBauernpaare in vermeintlicher Festtagstracht, in der Art von Schäfer-idyllen einander zugeordnet.

Einige Türfelder sind mit bunten Vögeln geschmückt, Blumenmale-reien aber machen das Gros der Motive aus: mit flatternden Bänderngehaltene Blumensträuße, Blumenvasen, Körbe mit Früchten und Blu-men und vielfältige Streublumen. Die Beliebtheit dieser Motive zeigt,daß hier eine bestimmte Vorstellung vom Bauernmöbel getroffen undumgesetzt wurde. Auch weitere Elemente, als typisch für die,, Bauernmalerei verstanden, wurden angewandt, etwa die Holzmar-morierung, Streifengrund oder sparsame Rocaillen und Bandelwerk. Diesichtbare Datierung der Schränke auf der Vorderfront bestätigte demKäufer, daß Bauernmöbel als zeitgenössische Ausdrucksform verstandenwerden durften.

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Die meisten Kunden entschieden sich für Möbel in den GrundfarbenBlau oder Grün. Die Möbel mit gelbem Anstrich- diese konnten aus-

Dallinger war seit 1937 Professor für Dekorative Malerei an der Kunstschule Nürnberg, ab1938 lehrte er an der Akademie für angewandte Kunst in München. Im I. Weltkrieg war er alsKriegszeichner in Frankreich, Rußland und Sizilien gewesen.

1935 kostete das Schlafzimmer, bestehend aus zwei Betten, einem Kleiderkasten mit Wäsche-abteil, zwei Nachtkastl, einem Waschtisch mit marmorierter Platte und freihängendem Spiegelund zwei Stühlen incl. Verpackung 350.- RM.