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Nicole Kuprian
Inventare des 18. Jahrhunderts bestätigen zudem, daß die quantitativeAusstattung der Bettwäsche kaum Aussagen zur Sozialschicht zulas-sen. Eine deutliche Steigerung der Anzahl der Bett- Textilien, 22 mitLaken-, Pfühl-, Bett- und Kissenbezügen, ist dagegen in der erstenHälfte des 19. Jahrhunderts zu verzeichnen.
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Im gleichen Zeitraum vergrößerte sich auch die Ausstattung mit ein-fachen Laken. Waren diese einer erhöhten Abnutzung ausgesetzt, wur-den sie wie Überschlagtextilien benutzt und dienten dann als Bett-bezug.24 Zudem ist anzunehmen, daß aufgrund der Verschmutzung durchSekretionen des Körpers dieses Teil der Bettwäsche öfter ausgetauschtund gereinigt werden mußte. In einem differenzierten Reinigungsprozeß,dem die Bettwäsche in der' Großen Wäsche' unterworfen war, versuch-ten Frauen die verräterischen Spuren von Menstruation, Samenfluß undKrankheit zu entfernen. Bis heute haften sie als symbolische Zeichen-träger oder konkrete Flecken am Sachgut.
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4. Materieller Wert und Beschaffenheit
Bettstelle und Bettzeug mit ihren enormen Wertunterschieden in derAusstattung hatten im 18. Jahrhundert einen wichtigen Anteil am mobi-len Vermögen an Hausrat und Mobiliar. 20 Wie aus Brautschatzverträgenhervorgeht, war das erstrebenswerteste Besitzgut selbst der
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Detmold 1990, S. 323-336; Die Große Wäsche. Ausstellungskatalog. Schriften des RheinischenMuseumsamtes Nr. 42. Köln 1988, S. 10; Ricarda Haase:„ Das bißchen Haushalt..."? ZurGeschichte der Technisierung und Rationalisierung der Hausarbeit. Stuttgart 1992, S. 55-57.Nisalke 1990( wie Anm. 18), S. 74; Sauermann 1972( wie Anm. 14), S. 216.
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22 Sauermann 1972( wie Anm. 14), S. 134 und S. 139; Nisalke 1990( wie Anm. 18), S. 90-93;Josef Mangold: Leben im Monschauer Land. Wohnen und Wirtschaften im Spiegel von Inven-tarverzeichnissen des 19. Jahrhunderts. Köln 1992, S. 100-101.
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Staatsarchiv- Detmold, Bestand L 90, Ämter Horn und Brake. Zusammengestellt von RolandLinde im Auftrag des WFM. Die Inventare dokumentieren den Besitz an Möbeln, Haushalts-gegenständen und Kleidung auch der ländlichen Unterschichten( Kleinstättenbesitzer und Grund-besitzlose) im Fürstentum Lippe des 19. Jahrhunderts. Entwicklungstendenzen im 20. Jahrhun-dert: Ulrike Vogt: Aktuelle Trends bei Angebot und Konsum von Bettwäsche. Staatsexamens-arbeit Münster 1994, S. 76.
24 Sigrid Wiemer: Das Leben in Münsteraner Armenhäuser während des 19. Jahrhunderts.Münster 1991, S. 127; STA- Detmold, Bestand L. 90, Ämter Horn und Brake.
25 Alain Corbin: Wunde Sinne. Über die Begierde, den Schrecken und die Ordnung der Zeit im19. Jahrhundert. Stuttgart 1993, S. 40.
26 Mohrmann 1994( wie Anm.12), S. 267-268; Hermann Heidrich: Das Bett. Notizen zurGeschichte des Schlafens. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung. Bad Windsheim 1988, S. 10-12; Nisalke 1990( wie Anm. 18), S. 92; Sauermann 1979( wie Anm. 15), S. 216.