162
Nicole Kuprian
hunderts und befinden sich im Germanischen Nationalmuseum in Nürn-berg.4
Ausgangspunkt meiner Überlegungen ist die Bettwäsche- Sammlungdes Westfälischen Freilichtmuseums in Detmold. Das Museum verfügtüber einen Bestand von ca. 1.200 Einzeltextilien aus sämtlichen Regio-nen Westfalens. Der größte Teil wird um die Jahrhundertwende und inden Beginn des 20. Jahrhunderts datiert, einige Objekte können auchdem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zugeordnet werden. Die Bett-Textilien stammen überwiegend aus ländlichen Haushalten.
5
Ca. 70% der Sammlung besteht zu gleichen Teilen aus rein weißenund karierten Bezügen. Weiße Bett- und Kissenbezüge sind oft ausfeiner Baumwolle in Leinwandbindung oder in Damast maschinellgefertigt und mit Biesen, Häkelarbeiten oder Stickereien verziert. Siewurden meistens aus einem einzigen breiten Stoffstück mit der Näh-maschine genäht. Der größte Anteil dieser Textilien ist gelegentlich mitrecht kunstvollen, handgestickten Monogrammen aus weißem oder rotemGarn versehen.
Bei den karierten Bezügen dagegen überwiegen die groben Stoffe,die aus zwei oder drei hand- oder maschinell gewebten Stoffbahnengefertigt wurden. Nur selten besitzen sie, wie auch bei den Lakenmanchmal feststellbar, ein einfaches Kreuzstichmonogramm aus rotemGarn.
Die Karoformen der Bezüge sind klein- und buntkariert. Farblichsetzen sich diese Stoffe ausschließlich aus intensiv leuchtenden Kombi-nationen der Farben Blau, Rot, Weiß und Schwarz zusammen. Nurwenige Textilien weisen ein einheitlich blau- weiß oder rot- weiß gewür-feltes Karo auf. Die Musterung dieser buntkarierten Bettwäsche bestehtaus äußerst vielfältigen Variationen.
6
4 Birgit Littmann- Brunner: Textile Bettgeschichten. In: Wie sie sich betten. Ausstellungskatalog.Schweizerisches Museum für Volkskunde Basel. Basel 1994, S. 25-34, hier S.26; Birgit Litt-mann- Brunner: Textile Bettgeschichten. In: Stoffe und Räume. Eine Textile Wohngeschichte derSchweiz. Ausstellung auf Schloss Thunstetten 1986, S. 57-71, hier S.59; Jutta Zander- Seidel:Textiler Hausrat. Kleidung und Haustextilien in Nürnberg von 1500-1650. München 1990, S.334-355, hier S. 343-344.
³ Die restlichen ca. 30% der Sammlung setzen sich zu einem großen Teil aus einfarbig weißenLaken zusammen. Zudem enthält der Bestand Bett- und Kopfkissenbezüge, die mittels Blaudruckoder synthetischer Farben bemustert wurden.
6
Sachgutsammlung' Bettwäsche' des WFM.