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Volkskunst : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1995 in Wien
Entstehung
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Hermann Steininger

bekanntlich auf Rudolf Eitelberger von Edelberg( 1817- 1885) zurück,der Vorschläge zur Hebung und Förderung der heimischen Kunstindu-strie und Geschmacksbildung mit Hilfe eines Museums entwickeln sollte.Eröffnet wurde dieses Museum als Österreichisches Museum für Kunstund Industrie" im Jahre 1864. Die Folge war nach Gründung vonKunstgewerbeschulen im gesamten Bereich der Monarchie eineErneuerung des heimischen Kunstgewerbes und damit die Herausbildungdes sogenannten Altdeutschen Stils". 1873 sah man im Rahmen derWiener Weltausstellung erstmals Arbeiten der nationalen Hausindustrie,wofür der Mitarbeiter Eitelbergers am Museum für Kunst und Industrie,Jacob von Falke( 1825-1897), ein entsprechendes Programm ausge-arbeitet hatte; es ging darum, Produkte zu fördern, die im Haus für dasHaus, also für den eigenen Gebrauch, angefertigt wurden. Diese Pro-dukte anonymer Künstler machten jedoch auf das Publikum einen rück-ständigen Eindruck und trafen keinesfalls das damals gängige Stilemp-finden, doch erschienen diese Produkte Eitelberger und Falke als die demVolkscharakter angemessene Kunst, die 1876 als Volkskunst" benanntwurde; Falke verwendete später dafür den Begriff nationaleHausindustrie". Den Erzeugnissen nationaler Hausindustrie bzw. sol-chen Volkskunsterzeugnissen blieb jedoch der Erfolg versagt, die Kunst-richtung des Historismus fand hingegen ein weites Betätigungsfeld.

In Niederösterreich hatten sich aus verschiedenen Gründen, imGegensatz zu anderen Ländern der Monarchie, kaum volkstümlicheHausindustrien entwickeln können. Zunächst gab es keine sehr eigen-ständige Gewerbeentwicklung im Lande, da der unübersehbare EinflußWiens und dessen reich entwickeltes Gewerbe und ausgreifender Handelim Land um Wien dominierte. Außerdem war dieses Land wirtschaftlichnicht unterentwickelt, eher kulturell abhängig; kunsthandwerklicheTraditionen, die in einem Hausgewerbe hätten aufblühen sollen, warendaher kaum vorhanden, und nur ganz lokal hatte sich dieser oder jenerÜberrest einstigen volksmäßigen Hausfleißes kurzfristig entwickelnkönnen, so z.B. die Produktion bäuerlicher Majolika in verschiedenenOrten des Steinfeldes, die Verfertigung von Hausleinwand im Raumgegen das oberösterreichische Grenzgebiet, da und dort im kleinstädti-schen Bereich schließlich die Erzeugung von Gold- und Spitzenhaubenund ähnliches. In der von Michael Haberlandt beschriebenen AusstellungÖsterreichischer Hausindustrie und Volkskunst im K.K. Öster-