,, Wo ein jüdisches Herz wirklich ausruhen kann...
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Buber ,,, erst auf jüdischem Boden möglich sein, ebenso wie eine voll-endete jüdische Kultur überhaupt. Im Grunde ging es also um dieFrage, ob in Eretz Israel alle Brücken zur Vergangenheit abgebrochenwerden, um so, wie auch Theodor Herzl gehofft hatte, eine„ Nation wiealle anderen Nationen“ mit ihrer eigenen Kultur zu werden, oder ob dasBand zur Diaspora bewahrt und in eine Kultur von Israel eingebrachtwerden sollte.2
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Boris Schatz entschied sich in seiner Kunstschule für den ersten Wegund versuchte, bei seinem kunsthandwerklichen Schaffen die Diaspora-Traditionen was ihm freilich nur bedingt gelang- zu negieren. Gleich-zeitig nahmen von jüdisch- nationaler Seite die Angriffe auf die in derDiaspora entstandenen Zeugnisse jüdischer Volkskunst zu, in der sieeine bloße Nachahmung der Kunst der Mehrheitsgesellschaft sahen.
Nur wenige jüdische Volkskundler und Kunsthistoriker, die sich miteuropäisch- jüdischer Volkskunst befaßten, stellten sich dieser Diskus-sion. Eine dieser wenigen war die Ethnologin und Judaistin RachelWischnitzer. In einem programmatischen Aufsatz, 1927 in der in Wienund Frankfurt erscheinenden Zeitschrift„ Menorah" mit dem schwär-merischen Titel„ Zauber der Volkskunst“ erschienen, hielt sie fest, daßdas, was sie unter Volkskunst verstand, selbstverständlich von derUmgebung mitgeprägt war:„ Die jüdische Volkskunst“, so Wischnitzer,,, ist ein Produkt der kleinen Städtchen und Ortschaften in der Ukraine, inLitauen, in Weißrußland, in Polen, desjenigen Grenzgebietes, welchesstets ost- und westeuropäische Einflüsse aufgenommen, das durch Kreu-zungen und Mischungen entstandene Formen hervorgebracht hat, gleich-gültig, ob die Träger dieser Verbindungen Ukrainer, Huzulen, Polenoder Juden waren. Die Momente, die in der Volkskunst der Karpathenwirksam waren, machten sich auch in der jüdischen Volkskunst geltend,das retardierende und das verwischende Moment nämlich.(...) DerVolkskünstler wiederholt unzähligemale Altes, ohne das Bedürfnis zufühlen, es von Grund auf umzugestalten. Er ist nicht schöpferisch, abereine kindliche Erfindungsgabe ist ihm eigen, die er im kleinen, im Detail
27 Heinrich Strauss: Die Kunst der Juden im Wandel der Zeit und Umwelt. Das Judenproblemim Spiegel der Umwelt. Tübingen 1972, S. 119.
28 Ziva Amishai- Maisels: Innenseiter, Außenseiter. Moderne jüdische Künstler im Portrait. In:Andreas Nachama u.a.( Hg.): Jüdische Lebenswelten. Essays. Berlin 1992, S. 165-184, hier S. 180.