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Bernward Deneke
wertige Fertigungen hervorbrachte, besonders aber, daß die Kleinpro-duzenten die Verwaltungen mit unlösbaren Problemen konfrontierten. 19
Ein dritter Nationalökonom, Carl Bücher, der die Volkskunst-forschung durch seine Wirtschaftsstufenlehre nachhaltig beeinflußte,nahm die erwähnte Wiener Ausstellung von 1890 zum Anlaß, seineBetrachtungen zur Entwicklungsgeschichte der Hausgewerbe auf eineinternationale Ebene zu heben. Mit seiner Absicht, die unterschiedlichenArten der Beschäftigung mit der Hausindustrie in den einzelnen Staatenzu skizzieren, hält er einige Stichworte für unseren Versuch bereit.Bücher erwähnt die Prädominanz von sozialen und wirtschaftlichenErwägungen in Deutschland, die im Vorausgehenden bereits knappskizziert wurden, und setzt davon das besondere Interesse ab, das imOsten kunstgewerblichen Aspekten der Hausindustrie sich zuwandte.Dabei wird zufolge seiner Feststellung in Österreich der Erhaltung undVeredelung alter Stilformen und Kunsttechniken ganz erhebliche Bedeu-tung beigelegt, während in Rußland, Rumänien und Ungarn die Förde-rung der Hausindustrie als nationale Aufgabe angesehen würde.Pädagogische Prinzipien schließlich leiten den Umgang mit der haus-gewerblichen Tätigkeit in den skandinavischen Ländern, in denen derHausfleiß durch einen ausgedehnten Handfertigkeitsunterricht unterstütztwurde.
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Bei diesen stark von überstaatlichen Bezügen bestimmten Darle-gungen bilden vermutlich die internationalen Ausstellungen eine nicht zuunterschätzende Informationsquelle; im großen und ganzen entsprechenBüchers Befunde den aus Anlaß dieser Veranstaltungen formuliertenErkenntnissen über die Gewerbe und über gewerblichen Fortschritt inden einzelnen Ländern. In Österreich hatte tatsächlich damals, vornehm-lich durch die Aktivitäten des Museums für Kunst und Industrie in Wien,vor allem aber dank der Einrichtung von Fachschulen in zahlreichen
19 Werner Sombart: Die Hausindustrie in Deutschland. In: Archiv für soziale Gesetzgebung undStatistik, Bd. 4, 1891, S. 103-156, bes. S. 117 und 146.
20 Carl Bücher: Hausfleiß und Hausindustrie. In: Das Handels- Museum, Bd. 5, 1890, S. 531-537, 551-553. Für unseren Versuch ist die für den deutschen Sprachbereich maßgebende Unter-scheidung zwischen der frühneuzeitlichen Phase der Proto- Industrialisierung und dem mit demDurchbruch der Industrialisierung beginnenden Zeitabschnitt der„, modernen“ Hausindustriezunächst nicht von Belang. Vgl. dazu Bernward Deneke: Das ländliche Hausgewerbe im Zeit-alter der frühen Weltausstellungen. Anpassungsprozesse zwischen ökonomischen Zwängen undder Ästhetisierung des Industrieprodukts. In: Jahrbuch für Volkskunde 18, 1995, S. 43-65, bes.S. 48f.( mit Lit.).