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Vorwort
historischen Volkskultur des, Österreichischen Museums für Volks-kunde. Dabei haben gerade die Reaktionen des Plenums gezeigt, wieweit die Europäische Ethnologie noch von einem kühlen Blick auf dieideen- und ästhetikgeschichtlichen Bürden ihres Gegenstandes entferntist, und daß die Ent- und Rekontextualisierung alter Volkskunst- Samm-lungen allzu schnell als Angriff auf liebgewordene weil stimmungs-volle- Sehgewohnheiten verstanden wird. Daneben ist es vor allem derGlaube an eine( qua Arbeitsfeld und Name), populäre' Disziplin, derkomplexere Zugänge nur mit Widerständen zulassen kann und derpostuliert, daß das Publikum in seiner eigenen Sprache( welcher?) zuunterhalten sei. So sehr also die Sichtweisen differenzierter, Kritik undVokabular elaborierter geworden sind, verbergen sich dahinter dochgerne noch überkommene Vorstellungen von einer Wissenschaft, dieargumentativ aus dem„ Sitz im Leben“ heraus auf alte oder neueVerwurzelung zielt. Daß dem so ist, zeigt freilich nur einmal mehr, wieAltvorderes sog. fortschrittlich- kritischer Gesinnung zum Verwechselnähnlich sein kann, und soll nicht sonderlich bekümmern. Denn daß dasWissen des Faches auch in seinen divergenten Standpunkten öffentlichgemacht und in populäre Felder übersetzt werden kann, werden, so ist zuhoffen, die Beiträge dieses Bandes dokumentieren.
Herbert Nikitsch
Wien, im Mai 1997
Bernhard Tschofen