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Zauberschlaf und Entrückung : zur Problematik des Motivs der Jenseitszeit in der Volkserzählung
Entstehung
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B9) DIE BEIDEN LIEBENDEN IM LAND, WO ES NACHT IST

Ein Mann hatte zwei Töchter. Er hat sie für sich arbeiten lassen. Lange Zeithat er sie für sich arbeiten lassen.

Einmal denkt er: Ich werde meine Töchter verkaufen. So werde ich etwasbekommen. Und später werden meine Schwiegersöhne für mich arbeitenmüssen."

Er will sie also verkaufen.

Aber die eine Tochter hat einen Freund, mit dem sie sich( heimlich) trifft. Siesagt zu ihrem Freund: Mein Vater will mich verkaufen. Wozu soll er michverkaufen, wenn ich dich liebe? Aber was sollen wir tun?"

Der Bursche sagt: Ich kann dich nicht kaufen. Ich besitze nichts. Wir werdenfliehen."

,, Gut, so fliehen wir."

In der Nacht kommt der Bursche zu der Hütte. Der Vater schläft und auch dieSchwester schläft. Das Mädchen aber ist wach.

Die beiden fliehen.

Am nächsten Tag sieht der Vater: Eine Tochter ist fortgelaufen.

Was tut er?

Zunächst verkauft er die andere Tochter. Dann macht er sich auf die Verfol-gung seiner ersten Tochter. Aber er kann sie nicht einholen.

Er schickt einen Fuchs aus: Du da, schau einmal, wo meine Tochter und ihrFreund sind!"

Der Fuchs sucht.

Nach einem halben Tag kommt der Fuchs zurück: Ich kann sie nicht finden."Der Mann sagt: Such' nochmals und frage alle Tiere!"- Ich werde fragen."Der Fuchs sucht noch einen halben Tag und fragt viele Tiere.Eine Bremse sagt: Ein Mädchen und ein Bursche? Ich habe sie gesehen."- ,, Und wo sind sie hingelaufen."- Ins Land, wo es immer Nacht ist."Der Fuchs läuft zum Mann: ,, Die beiden Menschen sind ins Land geflüchtet, woes immer Nacht ist."

Der Mann sagt: Dann kann man nichts machen. Da sind sie verloren."Der Bursche und das Mädchen sind im Land, wo es immer Nacht ist. Die Leutedort sind freundlich. Es geht ihnen gut. Sie leben dort viele Jahre.

Eines Tages sagt das Mädchen zu seinem Mann: Ich möchte wieder zurück inmein Dorf. Mein Vater wird nun schon lange tot sein."- Ja, sagt der Mann,,, so wird es sein. Gehen wir!"

Sie gehen zurück. Sie sind alt geworden. Sie gehen langsam.

Nach einigen Tagen kommen sie im Dorf an. Sie treffen den Vater desMädchens. Er ist unverändert. Er schaut aus wie immer.

Was ist das?"

Sie fragen: Es sind nur einige Tage seit ihrer Flucht vergangen. Alle Leutereden davon, aber niemand erkennt sie.

Komm!" sagt der Mann ,,, Gehen wir in ein anderes Dorf."

Sie sind in ein anderes Dorf gegangen. Dort sind sie geblieben.

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