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Zauberschlaf und Entrückung : zur Problematik des Motivs der Jenseitszeit in der Volkserzählung
Entstehung
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alle jene spezifischen Kennzeichen vermieden, die sonst der Legende dasGepräge geben. Das Paradies hat nicht jene Bildhaftigkeit der Hochreli-gionen, obwohl sonst der Rahmen mit der Gestalt des Pfarrers und auch inder Verwendung der Begriffe christlich ist. Das Jenseits trägt aber auchnicht die sonst üblichen Züge des Totenreiches, und der Held begegnet inihm keinen weiteren Personen.

Aber der Zeitsprung beseitigt alle Gefahren für den Helden, und er wirdnur durch den Wechsel von Diesseits und Jenseits möglich.

Ähnlich im sagenhaften Charakter und in der Darstellung des Jenseits isteine sardische Erzählung, die wir 1952 in Austis aus dem Munde von LuigiSatta notiert haben. Im Unterschied zur kalabrischen Geschichte A3) han-delt es sich jedoch eher um ein Gegenstück zum Don- Juan- Motiv, insofernmit wirklich entgegengesetzter Funktion, als der Anlaß nicht Spott son-dern Gutherzigkeit ist.

A4) DER EINSAME TOTE

Da hat es einmal einen Mann gegeben, der hat einsam und allein für sichgelebt, nachdem ihm seine Eltern und seine Frau gestorben waren und er keineKinder hatte.

Eines Tages ist er auf der Straße weit ab von jedem Dorf an einem Grabvorbeigekommen, wo man einen Fremden bestattet hatte, der dort verunglücktwar. Niemand hatte ihn gekannt, niemand hatte gewußt, ist er Christ, ist erHeide Glossar ::: zum Glossareintrag Heide, und so hatte man ihm gleich an Ort und Stelle ein Grab geschaufelt undein Kreuz darauf gestellt mit einer Tafel: Hier ruht ein Unbekannter."Wie unser Mann dort vorbeigekommen ist, hat er bei sich gesagt: Der armeTeufel ist genau so allein wie ich."

Und er hat an die Tafel geklopft und hat gesagt: Du, wenn du kannst undwenn du magst, so besuche mich doch einmal. Ich will dir das Beste anbieten,was ich im Hause habe, und wir wollen uns zu zweit einige schöne Stundenmachen."

Bald danach- an einem Abend- klopft es an die Türe des Mannes. Er machtauf, und da steht draußen ein Fremder und sagt: Du warst neulich so freund-lich, mich einzuladen. Wenn es dir heute recht ist, so bleibe ich. Wenn es dirheute aber schlecht paßt, so komme ich ein andermal."

Mir", sagt der Mann, mir paßt es immer. Freund, bleib nur und setz dich! Duentschuldigst, daß ich erst kochen muß, denn ich war auf deinen Besuch nichteingestellt. Setz dich inzwischen, und trink einen Schluck Wein!"

Und er führt ihn ins Haus.

Der Fremde aber will nicht im Salon sitzen, sondern er sagt: Laß mich mit dirin die Küche kommen und dir helfen! Was soll ich unnütz und allein dort sitzenund trinken. Allein sind wir alle zwei die ganze Zeit." ,, Gut, so komm mit!"Sie haben gekocht, und haben anschließend gegessen und getrunken. Es warenein paar vergnügte Stunden.

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