A3) DER DANKBARE TOTE
Die Geschichte, die ich euch erzähle, hat sich nicht hier abgespielt, sondernjenseits der Berge. Sie ist mir erzählt worden, als ich noch ein junger Burschewar, und so gebe ich sie wieder. Den Ort, wo sich alles abgespielt hat, habe ichspäter einmal besucht. Es ist ein Dorf, ein Haus ganz ähnlich wie dieses hier.Dort also hat ein junger Bauer gelebt, der ein kleines Gut besessen hat. Nichtsehr üppig, was er besaß, aber er hat davon leben können, denn er hatte keineFamilie, und er war gesund und fleißig.
Eines Tages packt unser Bursche verschiedene Sachen in zwei Körbe, lädt sieauf den Esel, setzt sich selber auf's Pferd und reitet auf den Markt, um alles zuverkaufen und dafür das einzukaufen, was er selber braucht.
Er reitet und reitet- es war eine ganz beträchtliche Strecke Weges bis zumMarkt, und er ist deshalb auch sehr früh aufgebrochen ― er reitet und reitet,und da sieht er etwas im Straßengraben liegen und das Pferd bleibt ganz vonselber stehen.
Der Mann steigt ab, und denkt:„ Was liegt da? Ein Betrunkener? Oder einKranker?" Es hat damals gerade eine Seuche gegeben.
Wie er sich hinunterbückt, da sieht er: es ist ein Mann voller Blut, und ausseinem Rücken ragt ein Messergriff.
Der Mann ist tot und rührt sich nicht. Unser Bursche nimmt den Hut ab undwill gerade ein Gebet sprechen, da setzt sich der Tote auf, und sagt:„ Du da,gute Seele, um Gottes willen zieh mir das Messer heraus, bring mich auf denFriedhof, hol einen Pfarrer und beerdige mich! Ich kann sonst nicht in den
Himmel gehen“.
Unser Bauer, denkt sich:„ ,, Bravo! Eine schöne Sache." Aber er tut so, wie derTote es verlangt hat. Er lädt den Mann quer über sein Pferd, und nimmt es amZügel. Dann geht er zum Friedhof. Dort lädt er den Toten ab und holt denPfarrer.
Der Pfarrer kommt und sagt:„ Um Gottes Willen! Es ist Luigi. Sie haben es
also getan." ,, Was haben sie getan?"„ Ach", sagt der Pfarrer ,,, das
verstehst du nicht; du bist nicht von hier. Da hast du dich auf was Schlimmeseingelassen. Hättest du den Toten doch liegen lassen."-„ Wie? Herr Pfar-rer", sagt der Mann,„ den Toten liegen lassen? Ist das vielleicht christlich?"-,, Jaja, du hast ja recht. Aber die Feinde dieses Mannes wollten, daß er nichtins Paradies kommt. Deshalb..."
,, Nun was!" sagt der Mann,„ wollt Ihr ihn beerdigen, oder soll ich einenPriester aus der Stadt holen? Der macht nicht so lang hin und her."
,, Ja, und wer bezahlt mir meine Gebühren? Ich habe ja schließlich auch meineAuslagen." ,, Gut", sagt der Bauer, ich werde alles bezahlen. Keine
Angst!"
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Nun der Pfarrer sagt also, er will ihn beerdigen, aber erst am Abend, wenn esfinster geworden ist.
Unser Bauer trägt den Toten in die Totenkammer, dann reitet er auf den
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