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Zauberschlaf und Entrückung : zur Problematik des Motivs der Jenseitszeit in der Volkserzählung
Entstehung
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Das Zeitphänomen hat seine Rolle ausgespielt, es wird nicht etwa anäußeren Zeichen der Veränderung sichtbar und ablesbar gemacht. DerHeld taucht in einer anderen Zeit auf, als wäre es die natürlichste undeinfachste Sache. Das Motiv der beiden Zeitebenen hat seine Funktionerfüllt und wird damit abgestreift.

Nun gibt es aber zu unserem ersten Text einen weiteren iberischen Text, derstarke Parallelen und starke Abweichungen aufweist.

Auch diese Erzählung ist von Th. v. Seuss im gleichen Jahr 1963 in Gra-nada aufgenommen worden.( Der Name des Erzählers ist auf dem Proto-koll leider nicht zu entziffern.)

A2) DER SCHLAF IM SCHLOSS

Vor vielen Jahrhunderten hat hier in unserem Schloß einmal ein Köngissohngelebt, der war von Herzen gut, großzügig und freundlich, und deshalb hat ihndas Volk sehr gern gehabt.

Sein Vater und auch alle Leute hatten nur den einen Kummer: der Prinzwollte nicht heiraten. Was aber sollte dann einmal aus dem Königreich werden,wenn der alte Herrscher gestorben war?

Man hat ihm mancherlei Mädchen vorgestellt, adlige und einfache, schlankeund mollige, ein Mädchen schöner als das andere, aber der Königssohn konntesich nicht entschließen, sich mit einer zu verheiraten.

Eines Tages ließ ihn sein Vater rufen und sagte: Sohn, es muß sein! Oderwillst du, daß ich nicht in Frieden sterben kann?" ,, Ja, Vater; ich will michzurückziehen und nachdenken. Und dann werde ich mich entscheiden."

" Gut, Sohn", sagte der König, ,, tu das, und niemand soll dich stören."Und der Prinz begab sich in ein Gemach in der Mitte des Palastes und ließ dieTüren fest verschließen.( Vermauern?) Und ebenso wurden die Fenster festverschlossen. Und der Prinz zündete ein Öllämpchen an und legte sich auf einRuhebett.

Und als er so nachdachte, schlief er ein.

Und im Traum erschien ihm ein Greis mit einem langen weißen Bart, sah ihnfreundlich an und sagte: Komm mit mir! Ich will Dir das Mädchen zeigen,von dem du bisher geträumt hast und das dir noch nie begegnet ist.

Da steht der Prinz auf, und er sieht neben seinem Lager eine steile Treppe, aufwelcher der Greis voraussteigt. Er folgt ihm viele, viele Stufen hinauf, und alssie endlich das Ende der Treppe erreicht haben, da erkennt er, daß sie ineinem Garten angekommen sind.

Es war ein herrlicher Garten mit Bäumen, Büschen, Blumen. Und viele Quel-len flossen durch den Garten, in dessen Mitte ein kleiner Pavillon stand.Der Prinz eilt zu dem Pavillon, steigt die Stufen hinauf, und da sieht erdrinnen ein Mädchen liegen, das ist schöner als er je eines gesehen hat,lieblicher als der Mond und strahlender als die Sonne. Das Mädchen schläft,und so setzt der Prinz sich an ihr Lager und betrachtet die Schöne.

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