dort Rat, Trost oder Hilfe zu finden. In diesen Geschichten spielt jedochdas Zeitproblem im allgemeinen keine Rolle. 18)
Im Unterschied zur kalabrischen Erzählung führt der Weg nicht durch dieLuft nach oben, sondern in die Tiefe der Erde. Alte mythische Erinnerun-gen an Iolaos und seine Gefährten, welche große Zeiträume in Höhlenüberschlafen, klingen an, wenn auch vom Schlaf selbst nicht die Rede ist.Der Zeitsprung scheint in A4) keine Notwendigkeit zu besitzen, es sei denn,den Unterschied der beiden Welten stärker zu charakterisieren.
So viele Parallelen es zum Siebenschläfermotiv in der europäischen Volks-erzählung gibt, so beschränkt man sich doch meist auf einen einzelnenHelden.
Wie sieht nun ein derartig umgeformter Text aus? Wir wollen das an einemKaschubischen Legendenmärchen beobachten. 19)
A5) DER HUNDERTJÄHRIGE SCHLAF
Das war in den Zeiten, als noch beinahe alle Menschen Heiden Glossar ::: zum Glossareintrag Heiden waren und nichtan den Herrn Christus glaubten, da lebte ein sehr frommer Mann. Er hieltimmer Predigten und wollte die Unchristen bekehren. Aber sie wollten nichtsvon Christus hören und beschlossen, den Frommen zu töten.
In der Nacht, als er schlief, zeigte sich ihm ein Engel und sprach:„ Stehe aufund gehe mit mir!" Er stand auf und ging, wohin ihn der Engel führte. DerEngel führte ihn in den Wald bis zu einer Höhle und sagte:„ Krieche hinein undschlafe ruhig und sicher!"
Er kroch in diese Höhle, drinnen war Laub, und er legte sich darauf niederund schlief.
Als er erwachte, war es heller Tag.
Er machte sich auf den Weg zu der Stadt, wo er wohnte. Als er näher kam,gingen viele Leute in die Stadt, und alle hatten ihre besten Kleider angelegt. Erfragte einen, was denn in der Stadt sei, und dieser antwortete:„ Heute kommtunser neuer Bischof".
Er erstaunte sehr und fragte, ob in der Stadt viele Christen lebten. DieserMann antwortete:„ Alle Menschen in der Stadt und auf allen Dörfern sindChristen".
Er fragte weiter und erfuhr, daß er hundert Jahre geschlafen hatte, doch erhatte gedacht, es sei nur eine Nacht gewesen.
Als er an die Stadt kam, standen die Priester davor und knieten vor ihm nieder,und das ganze Volk kniete nieder und bat um seinen Segen.
Da gewahrte er, daß er mit Bischofsgewändern angetan und daß er selberdieser neue Bischof war. Das hat ihm Gott der Herr darum gegeben, weil er sofromm gewesen war.
Die legendäre Eigenart ist vollkommen erhalten, Fluchthelfer ist nicht einToter sondern ein Engel, und der Schluß wird überhöht, indem der Held
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