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Zauberschlaf und Entrückung : zur Problematik des Motivs der Jenseitszeit in der Volkserzählung
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Viel ist seitdem passiert, und jetzt mögen schon die Enkel jenes KönigsHerrscher sein

Erzählt wurde uns diese Geschichte von einem siebzehnjährigen Arme-nier, der- in Istanbul geboren- in Paris aufgewachsen ist. Er selbst weiß sievon seinem Onkel, von dem er eine Reihe von Erzählungen stenographischfestgehalten hat, die im Original noch in armenischer Sprache erzähltworden sind, während er sie mir in französischer Sprache wiedergegebenhat.

Die Geschichte führt in orientalische Glossar ::: zum Glossareintrag  orientalische Verhältnisse mit einem deutlichenKontrast von brutalen Thronstreitigkeiten und Brudermord und von le-gendären Zügen auf christlicher Basis. Entfernt klingt auch das Wunderdes hl. Clemens an, der als Kind wunderbar gerettet wird.

Die zeitliche Relation beträgt hier einige Tage zu siebzehn oder achtzehnJahren; der jenseitige Ort wird in dem Brunnen lokalisiert und die Engelakzentuieren seinen Ausnahmezustand.

Es geht offensichtlich nicht darum, lediglich die Zeit zu raffen, sondern dasNebeneinander der beiden Zeitebenen zu demonstrieren, sodaẞ Mutterund Sohn wie Schwester und Bruder wirken können.

Sehr im Unterschied zu unserem Text A1), der ebenfalls eine Flucht vorVerfolgern und sogar vor einem bösen Bruder!- darstellt, wird die Zeitre-levante umgedreht.

Man kann hier wirklich nicht von einer Bedeutungslosigkeit des Zeitab-laufes" 54) sprechen, sondern erst die temporären Verhältnisse erzwingenden entscheidenden Vorgang der Handlung.

Bleibt in der obigen Erzählung der Aufenthalt im Jenseits auf eine kurzeEpisode beschränkt, die keinerlei Details enthält, so geht unser folgendessardisches Märchen stärker in die Einzelheiten. 55)

Es stellt übrigens keine singuläre Erscheinung dar; Varianten sind auchaus anderen Landschaften belegbar. Auf der Insel Sardinien sind uns nochzwei ähnliche Fassungen erzählt worden.

B8) ANNIKA

Es waren einmal ein Mann und eine Frau, die waren sehr arm. So arm warensie, daß sie oft Brot aus Eichelmehl essen mußten.

Nun, wie es so geht, bekamen sie ein Kindchen, das wollten sie Annika

nennen;...

Aber sie fanden keine Patin dafür, denn weil sie so arm waren, wollte niemanddie Patin machen.

Da sagte die Frau: Geh", sagte sie zu ihrem Mann, geh zu meiner Schwesternach Teti, und sage ihr, sie möge kommen und die Patin machen!"

Also, geht der Mann hin, aber wie er nach Teti kommt, sagt man ihm, daßseine Schwägerin gestorben sei.

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