Am nächsten Tag ließ Pedro ein Packpferd mit Geschenken für seineGeschwister beladen und verabschiedete sich von seiner Frau und seinenSöhnen und Enkeln. Der Diener des Grafen ritt ihm voraus und brachte ihn sozu jenem Fluß, durch den er damals auf der Verfolgung des Banditen geritten
war.
„ Ich werde hier umkehren", sagte der Diener, denn drüben werdet ihr denWeg wieder ohne Mühe selber finden."
Und so war es. Kaum war Pedro auf der andern Seite des Flusses, da kam ihmalles wieder bekannt vor.
Er ritt den ganzen Tag und kam am Abend zum Hause seines Vaters.
„ He, holla", rief er ,,, wer ist jetzt der Herr dieses Hauses?"
Da kam sein Vater heraus und fragte:„ Fremder, was wollt Ihr?"
„ Ach, Vater", sagte Pedro,„ ,, erkennst du mich nicht? Du hast dich aber garnicht verändert."
,, Was schwatzt Ihr da, Alter?" sagte der Estanziero, ich habe Euch nie imLeben gesehen!"
,, Aber Vater, ich bin doch dein Sohn Pedro."
Unterdessen war auch die Mutter mit einigen Geschwistern Pedrosherausgekommen.
Der Estanziero aber sagte:„ Nun glaube ich, Ihr seid verrückt, Alter! Ihr mitdem weißen Bart wollt mein Sohn sein? Mein Pedro ritt gestern abend weg,um Banditen zu vertreiben und wenn Ihr etwas wartet, könnt Ihr ihn baldselber sehen, denn er muß heute abend wieder heimkommen."
Da stieg Pedro vom Pferd, er war ganz verwirrt und sagte:„ Was? Gesternsoll Euer Sohn fortgeritten sein?"
„ Aber ja, zum Teufel, seid Ihr so schwer von Begriff?"
Der Estanziero dachte, der Alte hätte unter der großen Hitze gelitten, under ließ ihn ins Haus führen, wo Pedro sich gleich auf seinen Platz setzte,der auch sonst immer sein Stammsitz war.
Er sah sich im Kreise um und sagte:„ Das ist Juan, das dort Carlos, das istDolores, das ist Dorothea, das ist Mariana."
„ Herr", sagte der Estanziero und betrachtete den vornehm gekleidetenAlten ,,, woher kennt Ihr alle Namen meiner Kinder?"
Pedro aber fuhr fort, alle Dinge aufzuzählen, die im Hause waren und dieein Fremder nicht wissen konnte. Und er überzeugte so nach und nachseine Eltern und Geschwister, daß er Pedro war, der am Abend vorherfortgeritten war.
Und er erzählte ihnen, wie er über den Fluß geritten und in die Stadtgekommen sei, wie er beim Grafen Aufnahme gefunden und dessen Toch-ter geheiratet habe. Er erzählte von seinen Söhnen und Töchtern, vonseinen Enkelkindern.
Man hat von dieser Geschichte lang gesprochen. Es ist aber schon einigeZeit her.
Das ist alles.
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