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Zauberschlaf und Entrückung : zur Problematik des Motivs der Jenseitszeit in der Volkserzählung
Entstehung
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chung des Helden einen Ausdruck der zeitlichen Distanz zwischen seinemLeben im Diesseits und seinem transitus ins Jenseits erkennen.

Der Abt folgt nicht dem Vogel immer weiter hinein in den Wald wie derMönch von Chaumont, vielmehr gibt es eine ganz bestimmte Übergangs-stelle zum Jenseits, von der aus er auch später wieder in die Ewigkeiteingeht.

Als Zeitraum zwischen dem Weggehen und der Rückkehr des Abtes oderMönchs werden am häufigsten 300 Jahre angegeben. Nur selten ist dieRede von tausend Jahren. Wie bei den 70 Jahren des Rabbi Choni schlie-Ben sich auch die tausend Jahre unmittelbar an das Psalmenwort an.Das Grübeln des Abtes Virila und mancher anderer Mönche in romani-schen Volkserzählungen gilt der Existenzform des Menschen in der Ewig-keit, genauer gesagt seiner Frage einer Beschäftigung. Die Problematikist damit erstaunlich gemeinmenschlich und nicht sosehr theologisch.Die verschiedenen Fassungen des entrückten Mönches" schwanken zwi-schen Sage und Legende, wobei in beiden Fällen das alte exemplumhereinspielt.

Eine Erzählung, die sich mehr der Sage nähert, ist das alte katalanischeVolksbüchlein Pere Portes". 26) Das Grundmotiv dieses Textes ist derKomplex vom Zeugen in der Hölle, ein Thema, das Kretzenbacher27)genauer analysiert hat.

Der Bauer Pere Portes aus dem kleinen Nest Tordera( Provinz Gerona/ Ka-talonien) ist durch einen reichen Notar, der inzwischen verstorben ist, umsein Geld gebracht worden. Von seinen Gläubigern verklagt, macht er sichauf den Weg, um ausstehende Schulden einzutreiben, und geht- am 22.August des Jahres 1608- ins Städtchen Massanet. Auf dem Heimwegbegegnet ihm ein Reiter, der noch ein zweites gesatteltes jedoch ledigesPferd mit sich führt. Der Reiter sieht das betrübte Gesicht des Bauern, under fragt Pere nach dem Grund seines Kummers. Dieser erzählt ihm seinenFall vom Betrug durch den Notar.

Nun fordert der Reiter ihn auf, das freie Pferd zu besteigen und mit ihm zureiten. Er verspricht, zu helfen. Kaum sitzt Pere im Sattel, hebt eine wildeJagd durch Wälder und über Berge hinweg an. Endlich erreichen sie nachstürmischem Ritt eine Felsöffnung; durch sie hindurch gelangen sie in eineHöhle, die sich immer mehr erweitert. Zuletzt gelangen sie in eine weite―vom Rauch vieler Feuer erfüllte Ebene die Hölle. Teufel und Ver-dammte existierten hier. Unter den der Strafe Verfallenen findet Pere man-chen Bekannten, darunter auch den betrügerischen Notar. Dieser gestehtPere, er müsse hier leiden, weil er ihm die Urkunde über die Bezahlungeiner größeren Summe unterschlagen habe. Er beschreibt dem Bauerngenau, wo in seinem Hause die versteckte Urkunde liege.

Pere gelingt es später aus der Hölle zu entfliehen, indem er die Namen vonJesus und Maria angerufen und damit den Teufel abgeschreckt hat. Erkommt wieder an die Oberwelt zurück, doch befindet er sich zu seinerÜberraschung nicht in seiner Heimat Katalonien sondern im Königreich

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