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Zauberschlaf und Entrückung : zur Problematik des Motivs der Jenseitszeit in der Volkserzählung
Entstehung
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Im Gehen aber sagt der Fremde: Nun mußt aber du mich einmal besuchen.Du brauchst keine Angst zu haben, und wir werden es dort ebenso schön habenwie hier. Laß mich nur machen!"

Also... einige Zeit später geht der Mann jene Straße, an der sich das Grabbefindet. Es ist Abend und beginnt dunkel zu werden, aber der Mann hat keineAngst.

Als er zum Grab kommt, sieht er dort seinen Freund stehen. Und der sagt: Ichhabe dich schon erwartet, denn ich habe gewußt, daß du heute kommen wirst."Sie haben sich wie zwei Freunde umarmt. Neben dem Grab aber ist etwas wieeine Falltüre; wenn man sie aufdeckt, sieht man einen Schacht, da führt eineTreppe hinunter.

Unten ist so etwas wie ein kleines Haus: es gibt eine Küche, eine Kammer undeinen Salon.

Das Essen ist aber schon fertig, und sie können sich gleich zu Tisch setzen.Das Mahl und der Wein ist noch besser als bei unserm Patron, obwohl der sichviel Mühe gegeben hat, für seinen Freund gut zu kochen.,, Ihr versteht hier zu leben!" sagt der Mann. Es tut's" meint der Fremde.Nachdem sie gegessen und getrunken haben, steigen sie wieder hinauf.Da sagt der Fremde: Wenn ich wieder zu dir komme, werde ich Wagen undPferde mitnehmen, denn das Laufen wird dir dann zu mühsam sein. Dann holeich dich, und du ziehst hierher. Du siehst ja: es gibt genug Platz für uns beide." Ja, Platz ist", sagt der Mann.

Der Mann geht heim. Aber die Füße sind ihm so schwer geworden. Ich habezuviel getrunken", so hat er bei sich gedacht. Als er aber daheim in den Spiegelschaut, sieht er, daß er ganz weiß geworden ist.

Und am nächsten Tag hört er im Dorf, daß er zwanzig Jahre weggewesen ist.Er war etwas wunderlich geworden, und es hat ihm auf dieser Welt gar nichtmehr gefallen. Er hat nur darauf gewartet, daß sein Freund zurückkommt undihn abholt.

So muß es dann wohl auch gewesen sein. Eines Tages war der Mann weg, under ist nie mehr aufgetaucht.

Aber keiner weiß genau, was da passiert ist.

Zwar nicht um 30 Jahre sondern nur um 20 geht hier der Zeitsprung, undder Mann übersteht ihn nicht unberührt von den Erscheinungen desAlterns wie in der Erzählung A3), aber auch in diesem sardischen Textverrinnt die Jenseitszeit langsamer als die des Diesseits. Einsamkeit undIsolation bilden die typisch sagenhafte Grundstimmung, doch hat dasJenseits nichts Schreckliches, und der Tote ist nicht ein Rächer oder Wie-dergänger, sondern er verhält sich freundlich und hilfsbereit wie sonst imMärchen.

( Daß der Aufenthalt im Totenreich auch schneller ablaufen kann als dieDiesseitszeit werden wir später im Text B2) sehen.)

Die Sage ist vermutlich durch andere Vorstellungen überlagert, wie sie aufder Insel Sardinien häufig zu finden sind: dem Besuch in einer Höhle, um

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