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Zauberschlaf und Entrückung : zur Problematik des Motivs der Jenseitszeit in der Volkserzählung
Entstehung
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Und er steckt zu sich, was er für nötig hält, sattelt das Roß, sitzt auf und reitetaus der Stadt hinaus.

Als sie draußen auf dem freien Lande sind, sagt das Pferd: Ich weiß schon,wohin du willst. Du suchst den alten Einsiedler Antoni. Du brauchst nicht nachihm zu fragen, denn ich weiß, wo er haust."

Und das Pferd bringt den Königssohn zur Klause des Einsiedlers Antoni." Möge es dir wohl gehen, Vater!" sagte der Königssohn, Ich danke, dirauch!" sagte der Einsiedler, Du suchst wohl Hilfe oder Rat? Denn das ist es,was die meisten Menschen zu mir führt."

Nun erzählte ihm der Bursche seine Geschichte, und der Einsiedler dachtelange nach. Dann sagte er: Diese Pflanze Revenial, die du suchst, wächst aufeiner einsamen Klippe im Meer. Dorthin kommt man allerdings sehr schwer,denn das Meer dort ist stürmisch, und die Boote kentern, wenn sie versuchen,dort anzulegen. Aber vielleicht steht dir Gott bei, und es gelingt dir. Nimmmeinen Segen!"

Nun, also, sie reiten zum Meer und weiter sieben Tage und sieben Nächte dieKüste entlang. Als die Sonne aufgeht, da erblicken sie weit vor der Küste-vielleicht eine Meile weit weg, vielleicht noch mehr, vielleicht weniger-eine steile Klippe aus dem Meer aufragen.

Das Pferd sagt: Mut, Bursche. Halte dich an meiner Mähne fest, denn jetztheißt es schwimmen! Ich kann dich bis zur Klippe bringen, aber hinaufklet-tern mußt du selber. An der höchsten Spitze wirst du eine purpurfarbenePflanze sehen, einen Strauch oder derlei. Dort grabe!"

Gut, sie sind also geschwommen, und wäre nicht das Pferd gewesen, so wäreder Bursche elend ertrunken. Aber das Pferd schwimmt wie ein Fisch, und esbringt ihn an eine Seite der Klippe, wo das Meer nicht so stürmisch ist. Undder Königssohn klettert langsam und vorsichtig bis zur Spitze der Klippehinauf. Oben erkennt er die purpurfarbene Pflanze, gräbt und gräbt: wirklich,da ist eine seltsame ringförmige Wurzel.

Kaum hat er sie im Sack, da steigt er wieder herunter, und das Pferd trägt ihnzum Festland und zum Palast des Königs zurück.

Der Vater freut sich, den Jüngsten wieder zu haben, und er kostet von derWurzel, wie es ihm der alte Arzt vorschreibt. Nach einigen Tagen war erwieder ganz gesund, ja er fühlte sich besser und jünger als vor seiner Erkran-kung.

Und weil der König ein frommer Mann ist, sagt er zu seiner zweiten Frau:,, Wollen wir nicht eine Wallfahrt nach Jerusalem machen und dafür danken,daß ich wieder gesund und unser Sohn heil zurückgekehrt ist?"- ,, Ja, daswollen wir!"

Da nun der König demjenigen, der ihm die Wurzel Revenial bringen könnte,versprochen hatte, ihn zu seinem Nachfolger zu machen, setzt er dem Jüng-sten seine Krone auf und sagt: Du sollst Vizekönig sein, bis ich wieder ausdem heiligen Land zurück bin."

Und er besteigt mit der Königin sein Schiff, und sie segeln ab.

Unterdessen haben die älteren Brüder gehört, was sich zugetragen hat, und

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