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Stofflichkeit in der Kultur : Referate der 26. Österreichischen Volkskundetagung vom 10.-13. November 2010 in Eisenstadt
Entstehung
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risiert, dann sind damit über die Ästhetik hinaus konnotative Aspekte von Form undMaterial angesprochen, die in einer breiteren Bewegung des natürlichen Wohnens zuverorten sind. Im Fall von Herrn Kovacs steht das Bett in Zusammenhang mit einerganzheitlichen Gesundheitsorientierung in der Gestaltung des Wohnbereichs, die sichbeispielsweise auch in der Ausstattung der Wohnung mit Feng- Shui- Kristallen undGlockenspielen äußert.

Deutlich wird, dass an bestimmten Punkten im Spannungsfeld von Produktion, Popu-larisierung und Konsum des Zirbenholzbettes unterschiedliche Aspekte von Materi-al, Form und Funktion relevant werden- und zwar einerseits in ihrer unmittelbarenWahrnehmbarkeit, andererseits in ihren( historischen und neu geschaffenen) Bedeu-tungsdimensionen. Es handelt sich bei dieser Betrachtungsweise freilich um einein Hinblick auf aktuellere und fluidere Phänomene erweiterte und somit sehr freieAnwendung des Bedeutsamkeitsbegriffs, der bei Kramer ein normierte[ s], teilweiseauch überlieferte[ s], also sedimentierte[ s] und habitualisierte[ s] set von Bedeutungs-zuschreibungen" 30 meint.

Perspektiven auf das Zirbenholzbett II:

Momente der Bedeutungsgenerierung

Wenn Zirbenholz in neue Bedeutungszusammenhänge gestellt wird, so ist freilich zufragen, wie und durch wen das passiert und wer mit dieser Vielfalt an Bedeutungs-möglichkeiten wie umgeht. Mit der Fokussierung der Momente der Bedeutungsgene-rierung entferne ich mich in diesem Abschnitt noch deutlicher von Kramers Konzeptder Dingbedeutsamkeit, in dem versucht wird, Bedeutungen der Dinge zu entschlüs-seln, aber nicht explizit thematisiert wird, wie diese gemacht und wie sie gelesenwerden.

Den Ausgangspunkt für die Entstehung des Zirbenholzbettes mit seinen neuen Kon-notationen als gesund und natürlich bildete eine Initiative des Tiroler Waldbesitzer-verbandes im Zusammenschluss mit anderen Interessensgruppen aus Österreich,Südtirol und der Schweiz. Diese versuchten, Problemen in der Vermarktung von Zir-benholz durch die wissenschaftliche Bestätigung seiner Qualitäten zu begegnen. Zu-nächst standen dabei die Auswirkungen von Zirbenholz auf die Entwicklung von Mot-ten und Bakterien im Vordergrund. Das Forschungsinstitut, das eine entsprechendeStudie durchführen sollte, schlug darüber hinaus vor, auch die Effekte von Zirbenholzauf den menschlichen Organismus zu prüfen.31 Die Popularisierung der Ergebnisseder Studie und der Zirbenholzprodukte erfolgte über mehrere Wege. Einerseits griffenverschiedene Tischlereien, Hotelketten und andere Betriebe wie Bettwarenherstellerdie Ergebnisse der Studie auf und richteten ihr Angebot darauf aus. Andererseits pub-lizierten die Auftraggeber der Studie Informationsbroschüren und Artikel in verschie-denen Zeitschriften und richteten eine Homepage 32 ein. In weiterer Folge berichtetensowohl das österreichische Fernsehen als auch diverse österreichische und deutsche

30 Korff( wie Anm. 13), 31.

31 Vgl. Interview Langer( wie Anm. 22).

32 http://www.zirbe.info/( Zugriff: 23. 2. 2011).

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