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Stofflichkeit in der Kultur : Referate der 26. Österreichischen Volkskundetagung vom 10.-13. November 2010 in Eisenstadt
Entstehung
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Wissen um die Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten auch von heute selten genutz-ten Holzarten wurde in manchen Publikationen beginnend im 18. Jhdt.- zum Teilaufgezeichnet( z. B. Bechstein, Johann Mattäus: Forstbotanik oder vollständige Natur-geschichte der deutschen Holzpflanzen und einiger fremden: Erster Teil. Erfurt 1812).Ungefähr ab der Mitte des 20. Jhdts. werden in der Literatur nur noch die wichtigstenNutz- und Handelshölzer beschrieben bzw. werden auch außereuropäische Handels-hölzer inkludiert( Wagenführ, Rudi: Holzatlas. Leipzig 1996).

Neben der Holzartenauswahl war vor allem die Nutzung besonderer Stammabschnitte"von hoher Bedeutung. Krummwuchs, Drehwuchs, Astansätze und andere Abweichun-gen des Stammes wurden früher auf sehr vielfältige Weise genutzt( Radkau, Joachim:Holz- Wie ein Naturstoff Geschichte schreibt. München 2007, 51). Mit dem Beginn derIndustrialisierung wurden diese besonderen Holzsortimente immer weniger eingesetzt,da eine rasche, standardisierte Bearbeitung dieser Stammabschnitte nicht möglich warund ist. Auch die Veränderung der Wälder zu Nadelholz- Monokulturen und damit ein-hergehend geringere Mengen an Krummholz begünstigte das Aussterben dieser spezi-ellen Nutzungsformen.

Vor allem im Schiffs- und Hausbau wurden krumme Stämme benötigt( Radkau, Joa-chim: Holz- Wie ein Naturstoff Geschichte schreibt. München 2007, 51). Hufnagl( Huf-nagl, Leopold: Handbuch der kaufmännischen Holzverwertung und des Holzhandels.Berlin 1920, 215ff) beschreibt unzählige verschiedene Holzsortimente für die Wagne-rei, für Piloten und Pfähle, zur Schindelerzeugung etc. Die Stamm- Ast- Verbindung vonTannen wurde zum Beispiel für Sensen genutzt. Ähnliches ist auch aus dem prähisto-rischen Salzbergbau in Hallstatt bekannt- die sehr festen Astanbindungen von Buchenwurden für Pickelstiele verwendet( Klein, Andrea: Bronzezeitliche Holznutzung in Hall-statt. Diplomarbeit an der Universität für Bodenkultur Wien. Wien 2006).

Um das Wissen um die Holznutzung, das unsere Vorfahren hatten, wieder zu entdeckenund zu sichern, müssen die Informationen aus der Literatur mit umfangreichen Un-tersuchungen an Sammlungen von historischen Holzgegenständen zusammengeführtwerden. Bei einem Großteil solcher Sammlungen( wie z. B. in Freilichtmuseen) fehlt dieInformation über die Holzart bei den Beschreibungen der Objekte. Diese Ergebnissemüssen dann mit modernen Untersuchungen der Eigenschaften von den heutzutageselten genutzten Holzarten ergänzt werden( wie z.B. Niklasová, Sylvie: Characteristicsof rarely used wood species. Diploma thesis at the Czech University of Life SciencesPrague and the University of Natural Resources and Applied Life Sciences ViennaBOKU, Prague and Vienna 2009).

Das Netzwerk Historische Holzverwendung"

Im Jahr 2008 wurde das Netzwerk Historische Holzverwendung"( www.holzverwen-dung.at) gegründet. Bei der Suche nach möglichen Mitstreitern" für das Thema Holzzeigte sich sehr schnell die große Breite an Wissenschaftsdisziplinen, die sich mit Holz-verwendung beschäftigen. Neben Holzforschung und Geschichte sind das Volkskunde,Archäologie, Forstwirtschaft, Restaurierung, Bauforschung und Kunstgeschichte, Ar-

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