Haus in Gschwend bei Hütten.
( Tafel 20.)
Das auf Tafel 20 dargestellte Blockhaus steht im Kanton Zürichan der Grenze gegen Zug in Gschwend zwischen Hütten und Schönen-berg und ist letzterer Gemeinde eingepfarrt.
Es wurde im Jahre 1805 erbaut und zeigt über den Fensterreihenjeder Etage besondere Schutzdächer, deren Fussfetten auf den vor-geschobenen Blockbalken der Haupt- und Scheidewände ruhen. Diesesogenannten Klebdächer sind unterhalb in schräger Richtung mitBrettern verschaalt, so dass die Untersichten der Eindeckung mitZiegeln auf Latten dem Auge entzogen werden. Man erreichte durchdiese Verschaalungen leicht zu übersehende Felder zur Ausschmückungmit Sinnsprüchen und Malereien, welche sich noch an verschiedenenHäusern aus dem Ende des vorigen Jahrhunderts erhalten haben.
Das Blockhaus ruht auf einem hohen, als Keller dienenden Unter-bau und bei dem hinteren Giebel erstreckt sich der Steinbau noch biszum zweiten Holzboden.
Die steinerne Freitreppe seitwärts führt durch die Hausthüre inden Hausgang und zur Stockstiege, links zu dem quadratischen Wohn-
zimmer, gegen Süden und rechts zu einem kleineren Zimmer, hinterdem die Küche liegt.
An der südlichen Giebelseite befinden sich noch, wie aus denVorstössen der Scheidewände Tafel 20 ersichtlich, zwei kleinere Zimmerneben der Wohnstube.
In der zweiten Etage wiederholt sich im wesentlichen dieselbeEinrichtung, so dass das Haus von zwei Familien bewohnt werdenkonnte.
Die urkantonale Blockbauart war vom Kanton Zug her nur ander Zürcher Grenze dorten eingebürgert und erscheint schon einigeSchritte weiter von der Grenze durch den Zürcher. Riegelbau voll-ständig verdrängt.
Die grössere Weite der im Stichbogen überdeckten Fenster diesesHauses, deren Einzelstellung, sowie ihre modernen Klappläden, weisenübrigens unverkennbar auf dessen Entstehungszeit, auf den Anfangdieses Jahrhunderts.
Deutsche Block- und Ständer- Bauten.
( Tafel 21.)
Die schweizerischen Blockhäuser im Prättigau haben so viele ge-meinsame Beziehungen zu denen des benachbarten oberen Illthales imBezirk Montafun Tyrols, dass wir an einigen Häusern von St. Gallen-kirchen in jenem Thale diese Verwandtschaft noch besonders hervor-heben wollen.
Auf Tafel 21 zu oberst, erscheint die Giebelfronte eines jenerHäuser, wo auch der Steinbau zum Theil mit dem Blockbau in male-rischer Weise verbunden ist.
Bei den am Giebel dichter zusammengedrängten Dachfetten, welcheeinfach ohne stützende Konsolen weit ausladen, erkennen wir die alt-italienische Weise, die auch bei den Blockbauten im Kanton Tessinwieder angetroffen wird, wo diese Fetten im Inneren des Dachwerksunbeschlagen, rund gelassen sind, um dort die Steinplatten der Ein-deckung auf Halbhölzern zu tragen, während in St. Gallenkirchen dieDächer mit kurzen Brettern aufeinander eingedeckt und sodann nachder Lage der Fetten reihenweise mit Steinen belastet sind.
Im Hintergrund bei diesem Hause ist eine kleine Kapelle desselbenOrtes gezeichnet, deren vier am Giebel vorstehende Dachfetten nachFig. 78 eine Stützkonstruction der Sparren tragen, wie sie beimSchweizer Riegelbau in einfacher Weise vorkommt, hier aber in sobarocken Formen, wie wir sie nur in den letzten Decennien des vorigenJahrhunderts antreffen.
Auf der Mitte der Tafel 21 ist ein Blockhaus von St. Gallen-kirchen aus der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts abgebildet,
Fig. 78.