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Das alte Pfarrhaus in Jaun.
Tafel 7.
Das auf Tafel 7 dargestellte, zunächst der Kirche in Jaun,
im 18. Jahrhundert erbaute Haus, dessen Grundriss, Fig. 30, demeines gewöhnlichen Schweizerhauses von einer Familie in bescheidenenDimensionen entspricht, diente früher als katholische Pfarrwohnung,nun aber seit Erbauung einesneuen grösseren Pfarrhausesvor der Kirche, als bäuer-liche Miethwohnung.
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Fig. 30.
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Beide Gebäude sind mitder Kirche im Hintergrunde,Tafel 7 rechts abgebildet,wobei sich die jetzige Pfarr-wohnung in dem modernennüchternen sogenanntenNutzbaustil präsentirt.
Im Hintergrunde zurLinken ist die, wenn auch| etwas entfernter von diesemHause liegende Kaskade derJaun in den Rahmen desBildes gezogen. Im Rücken
des hierzu gewählten Standpunktes liegen etwas höher am Berge,terassenförmig übereinander die beiden Hauptstrassen von Jaun, mitje einer Reihe interessanter alter Holzhäuser, so dass man aus densüdlichen Giebelfenstern derselben die tiefer liegende Kaskade übersieht.Das alte im Ständerbau errichtete Pfarrhaus ist äusserlich, inRücksicht auf die dünnen Wandbohlen grösstentheils überschindelt,die Wände mit 6 cm breiten unterhalb abgerundeten und das Recht-winkeldach mit viereckten Schindeln.
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Fig. 31.
Da man diesenWandschutz noch ananderen alten Häu-sern des Jaunthalesfindet, so haben wireinzelne dieser zier-lichen Schindeldeko-rationen in Fig. 31 ge-zeichnet und uns er-laubt, das rautenför-mige Bandornamentund die darunterliegende wellenför-mige Ueberschinde-lung auf die Gur-tungen zwischen denFensterreihen desPfarrhauses zu über-tragen.
Alle diese Wand-schindeln waren ur-sprünglich auf ihren
äusserlich sichtbaren Flächen abwechselnd weiss und roth bemalt, umsowohl das Holz zu schützen, als auch die Massenwirkung der Detail-formen zu heben.
Die starken liegenden Hölzer des Ständerbaues, wie die Dielen-träger, Schwellen und Fensterbänke, sind schon, um deren Ornamentenicht zu verstecken, frei und nicht geschindelt.
Das an der Giebelfronte viermal wiederholte Gurtgesimse, Fig. 31,besteht aus je zwei Reihen übereinander versetzter Konsolchen, welchedie Horozontallinie scharf charakterisiren. Das fünfte Gurtgesimseunter der Gallerie, Fig. 32, hat nur eine Reihe der genannten Kon-solchen.
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Fig. 32.
Unter demselben zeigt diese Figur den Bogenfries des frei liegendenDielenträgers, sowie das Profil eines Dielenträgers der Gallerie. Letz-terer ist am Kopfe und in seinen Untersichten, nach den einzelnenProfilirungen unterschiedlich und wechselnd schwarz, roth und weissbemalt, wie auch die vorderen Ansichten der ihn stützenden Knagge.Unter jenem Bogenfries, Fig. 32, so wie auch unter der Fensterbank,Fig. 31, und dicht unter der Seitengallerie des Pfarrhauses, befindetsich das gleiche horizontale Band Schindeln, von periodisch wieder-kehrenden Kreisformen.
Zu dem Zweck nahm man viereckte Schindeln von doppelterLänge, Fig. 31, A B, welche man in der Mitte halbkreisförmig durch-sägte und dann mit Umkehrung der einen Schindel, beide Halbkrei-senden zum vollen Kreis übereinander nagelte.
Der Längen- und Querschnitt des Hauses Fig. 33 zeigt die Trauf-seiten in senkrechter Flucht, die Etagenwände am vorderen Giebelaber zweimal vorgeschoben, bei dem zweiten Holzboden und beimDachboden.
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Fig. 33.
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