Gasthaus von Konrad Gisler zu Flaach.
( Tafel 2.)
Das zum Kanton Zürich gehörende grosse Pfarrdorf Flaach liegtam Fuss des Irchel, unweit vom Einfluss der Thur in den Rhein.Es enthält noch mehrere Häuser aus der Mitte des 17. Jahrhunderts,welche leicht an den zinnenartig abgetreppten Giebelmauern der West-seite und an den in Riegel und Fachwerk construirten Traufseiten,hier und da mit vorgebauten Holzgallerien, zu erkennen sind. Unterdiesen ist die alte Mühle am Ortsbach durch ihre an der einen Trauf-seite erbaute Doppelgallerie, Fig. 3, bemerkenswerth, wobei jedes Stock-werk sechs freistehende Pfosten enthält und die Laubenbretter zwischendenselben die gleichen Ausschnitte haben wie auf Tafel 2.
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Das auf Tafel 2 dargestellte Haus vom Jahr 1642 zeigt unsdie in der Ostschweiz übliche Bauart, wonach die Wohnräume nebstStallungen, Scheunen und Remisen alle unter ein und demselben hohenSatteldach untergebracht sind.
Hierbei ist der Parterrestock mit Ausnahme der inneren Tennen-wände, sowie der ganze westliche Giebel von Bruchsteinen, alle übrigenWände des Hauses aber im Riegelbau mit Backsteinen ausgeführt.
Die südliche Traufseite, Fig. 4, bildet mit dem die Wohnräumebesonders hervorhebenden und mit zwei stattlichen Gallerien geschmück-ten Holzgiebel die Hauptfronte, in der auch die Hausthüre sowie dieScheuer- und Stallthüren liegen.*) Ueber Letzteren ist noch eine langeLaube vorgebaut, deren stützende Holzpfosten auf steinernen Unter-lagen nach Fig. 5 eine eigenthümliche Ausbildung erhielten. DerGrundriss, Fig. 6, zeigt die dem seitlichen Eingang entsprechendeEinrichtung nach der allgemeinen schweizerischen Anlage, indem sichan den durchziehenden Hausgang die Wohnzimmer und Küche an-schliessen, worauf zunächst zur Rechten der Kuhstall, sodann die
15 Meter. 1: 200..
DIE ALTE MÜHLE IN FLAACH.
Fig. 3.
Fig. 4.
Scheuertenne und weiter der Pferdestall mit den Wagen- und Holz-Schuppen folgen.
Gegen Norden ist im Hofraum wieder eine Laube oben vorgebaut,welche den Abort enthält und unterhalb einen Schweinestall.
Eine breite steinerne Treppe am Ende des Hausgangs führt zudem geräumigen, mit starkem eichenem Gebälke bedeckten Keller,
*) Das Scheuerthor ist wie in Fig. 4 ausgeführt, auf Tafel 2 dagegen nachder im benachbarten Kanton Thurgau üblichen Weise dargestellt.
welcher den Raum unter dem Hausgang, der Küche und dem west-lichen Wohnzimmer umfasst. Die Holztreppe zu dem oberen Stockliegt in dem zu diesem Zweck erweiterten Hausgang.
Der Dachstuhl ist schon von Aussen am Giebel als einfacherstehender Stuhl charakterisirt.
Die Hausthüre ist in ihrem mittleren Theil reich profilirt, ver-doppelt aus stehenden, innen glatten und schrägen, aussen profilirtenBrettern, innerhalb mit zwei Einschubleisten verstärkt, welche zur Auf-nahme der eisernen Langbänder dienen.