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2 (1886) Der schweizer Holzstyl : in seinen cantonalen und constructiven Verschiedenheiten vergleichend dargestellt mit Holzbauten Deutschlands. 2(1886).
Entstehung
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Richtung von den Dielenlagen, wohl wegen gegenseitiger Verspannungund gleichmässiger Vertheilung des Schubs auf die Umfassungswände.Die Giebelwand hat nur über dem obersten Fenstersturz bei demKonsolgesimse einen geringen Vorsprung.

Von einem Hause in Vex ist bei Fig. 63, i, noch ein Fenster-bankprofil und bei k der Bogenfries über dem Fenstersturz zugefügt.Alle Konsolchen der Gesimse Fig. 63 waren in der Reihenfolge derFarben, entweder schwarz blau, schwarz roth, oder schwarz blau roth,schwarz grün weiss, abwechselnd bemalt.

Fig. 64 zeigt die Profilirung einiger Fetten und ihrer stützendenBalken verschiedener Häuser von Heremence aus dem vorigen Jahr-hundert. Bei denselben ist die Verwandtschaft mit den urkantonalenund Berner Formen unverkennbar.

Bei den Wohnhäusern dieses Ortes schliesst sich meistens an dieim Blockbau konstruirten vorderen Wohnräume, der hintere Steinbauunter gleichem Dache an.

Fig. 65 zeigt einen gemauerten Giebel der Art mit vier Ein-gangsthüren, zu unterst in einen kleinen Stall und aufwärts in diedrei Stockwerke, malerisch vermittelt durch die vorgelegten unteren,

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sowie durch die oberen unter dem Schutz der Dachausladung ge-mauerten Trittstufen.

Fig. 65.

Wohnhaus in Sumvix und Klosterkirche in Disentis.

( Tafel 17.)

Die Blockbauten im höheren Alpenthal des Vorderrheins, KantonGraubünden, wo die katholische Bevölkerung nur romanisch spricht,sind im Vergleich zu denen im Oberwallis auffallend arm und roh.Erst wenn man thalabwärts von Disentis an, die Orte Sumvix, Sureinund Truns erreicht hat, tritt bei grösserem Wohlstand der Insassenein reicherer Schmuck der Wohnhäuser ein.

Tafel 17 zeigt ein an der Hauptstrasse von Sumvix gelegenesHaus vom Jahre 1755. Zur Linken im Hintergrunde ist die Kloster-kirche von Disentis abgebildet.

führen. Gleichzeitig wurde damals die Kellerthüre unter der Haus-thüre tiefer auf das Niveau der Poststrasse gelegt. Wir haben aufTafel 17 den alten Zustand nach den Angaben des Besitzers wiederhergestellt.

Wie der Grundriss der ersten Etage Fig. 66 zeigt, theilt dermittlere Gang beide Stockwerke in zwei gleiche Hälften mit 2 Küchenfür 2 Familien. Diese Küchen haben nach aussen und nach der Trepperauh ausgemauerte Riegelwände, die Zimmer darüber aber wiederBlockwände. Am hinteren Giebel ist eine Gallerie mit dem Abortvorgebaut, zu denen eine Thüre auf der Höhe des Treppenruheplatzesführt.

Die Kellerbalken treten 57 cm vor die Mauerschwelle und stützennach Fig. 67 die auf 15 cm verstärkte dielentragende Schwelle derGiebelwand von 12,6 bis 13,2 cm Stärke.

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b.

Purpurt t

10 M.

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Fig. 66.

Vor einem Jahrzehnt wurde jene Strasse für die Post regulirt,einige Schritte vor dem Hause tiefer gelegt und die Steintreppe zurmittleren Hausthüre am Giebel abgebrochen, so dass jetzt nur dieseitlichen Eingänge im Grundriss dieses Hauses Fig. 66 in die Wohnung

Fig. 67.

Fig. 68.

Die Fussböden von einfachen Dielenlagen mit dem einzigen Unter-zug in Mitte der Wohnzimmer entsprechen der alten in der Schweizallgemeinen Konstruktion, die Walliser ausgenommen.

Die Fetten sind nach Fig. 68 a, aussen vierkantig beschlagen,im Inneren des Daches aber, wie so häufig in Graubünden ganz rund