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Häuser und Fruchtspeicher von Schwarzenburg.
( Tafel 10.)
Auf dieser Tafel ist zur Linken ein Wohnhaus vovon Schwarzen-burg aus dem Jahre 1822 dargestellt. Fig. 35 zeigt die Giebelfaçadedesselben und den Grundriss des Erdgeschosses bis zur Tenne. Die39 cm starken Eckständer ruhen auf einer 24 cm starken Schwelle,wobei die bündig liegende Schwelle der Traufseite mit zwei langenZapfen durch die Giebelschwelle greift und ein starker Holznagelaussen die beiden Zapfen fest an die Giebelschwelle bindet. Die langeKüche hinter den beiden Wohnzimmern hat freilich durch die kleinernSeitenfenster wenig Licht; da auch der einzige Schornstein von Back-steinen gemauert ist, so entbehrt sie das bei den weiten Bohlenkaminensonst gewöhnliche Oberlicht. Zu beiden Seiten der Hausthüre be-findet sich ein vertiefter Gang, der mittelst mehrerer Stufen abwärtszum Kellereingang führt.
In Fig. 36 ist ein Säulchen der vorderen Gallerie mit dem Profilder Brüstung und deren Brettausschnitte zu ersehen.
1:30
Meter2
10
1: 200
TENNE UND HEUSPEICHERQUADRATISCHER RAUM
meter
Fig. 36.
7.
8
DM
10
PFERDESTALL
KUCHE
*
WOHNZIMMER
HAUSGANG
Fig. 35.
WOHNZIMMER
Der Dachstuhl enthält ungewöhnlich lange Aufschieblinge, wasden Bruch der beiden Dachflächen, Fig. 35, erklärt.
Zur Rechten auf Tafel 10 erscheint ein anderes Wohnhaus vonSchwarzenburg, wobei die halbkreisförmige Verschaalung im oberenTheil des Giebels nicht zur Ausführung kam. Man erkennt jedochdie zu ihrer Ausführung wesentlich erforderlichen Träger, mit Aus-nahme der kurzen, die Halbkreisform ergänzenden Bohlenstücke, welchezur Ausfüllung der stumpfen Winkel jener Träger in dieselben spätereingezapft werden sollten, um die Bretter quer darüber zu nageln.
Die Dächer dieser beiden Ständerbauten sind mit feinen Schindelneingedeckt und von liegenden Stühlen getragen.
Zwischen den beiden genannten Häusern auf Tafel 10 ist einFruchtspeicher aus Schwarzenburg gezeichnet, welcher durch die seit-wärts angelehnten Bretterwände, zum Schutz der darunter zu bergen-den landwirthschaftlichen Geräthe ein ganz eigenthümliches Ansehenerhält.
Die Hauptmasse des Grundrisses von diesem Bau, dessen Block-wände unten und oben nur je einen Raum umschliessen, sind imunteren Stock folgende:
Zwischen den Blockwänden am Giebel 4,09 m, längs den Trauf-seiten 4,44 m.