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2 (1886) Der schweizer Holzstyl : in seinen cantonalen und constructiven Verschiedenheiten vergleichend dargestellt mit Holzbauten Deutschlands. 2(1886).
Entstehung
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Kippel, wo die Keildiele der Bodenbretter zugleich mit dem Kopfdes Trägers der Deckendielen aussen an der Giebelwand vortritt.

Hiernach tragen die Wände nebst dem mit den Traufseitenparallelen Zwischenträger heide Glossar ::: zum Glossareintrag  heide Dielenlagen und der einzige, sonst inder Schweiz immer vorkommende, mit der Giebelseite parallele Balken,als Unterzug der einfachen Dielenlage, fällt hier weg. Die Decken-dielen liegen parallel mit dem Giebel, die Bodendielen aber parallelmit den Traufseiten. Jener Dielenträger dient also nicht als Unter-zug, sondern bildet, nach dem der Fig. 46 unten beigezeichnetenQuerschnitt, mit seinen beiderseits schräg eingenutheten und unter sichvernutheten Dielen, gleichsam ein einfaches Sprengwerk, welches sichauf die Aussenwände stützt und dieselben zugleich verspannt.

In Folge dessen liegt er auch bei 18 cm Höhe auf seiner Breit-seite von 30 cm und erscheint bei grösserer Spannweite des Zimmersmehrfach, nämlich bei 6 m Spannweite zweifach und bei 8 m dreifach.

Selten nur sind diese Dielenlagen ihrer Richtung nach vertauschtund treten dann jene Köpfe an den Traufseiten vor.

Ebenso selten tritt die Keildiele der oberen Dielenlage aussenvor, indem man die äusserste an die Blockwand stossende Diele in dietiefere schräg gestemmte Wandnuth einschob und dann beitrieb.

Die genannten Träger stehen an der Decke 6-7 cm vor undsind gewöhnlich an ihrer Untersicht mit zierlich eingestemmten deutschenoder lateinischen Sinnsprüchen, sowie mit der Jahreszahl der Er-bauung des Hauses geschmückt.

In zweiter Linie führen wir in Fig. 47 das im Jahr 1698 inKippel erbaute Schul- und Rathhaus als Beispiel des Walliser Block-

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wärts führende steinerne Kellertreppe, andererseits oben eine Küche,in deren Giebelwand nach Fig. 49, urthümliche Trittstufen einge-schoben sind, um auf den erhöhten, geräumigen als Heuspeicherdienenden Dachraum zu gelangen.

Das gemauerte Geschoss gleicher Erde wird als Keller, das darauffolgende sehr niedere Zwischengeschoss als Kornspeicher benutzt.Letzteres hat seinen besonderen Eingang mit Vortreppe an derTraufseite.

Fig. 50.

Fig. 51.

Fig. 47.

baues hier an. Fig. 48 zeigt den Grundriss vom zweiten Holzboden,worin der Rathssaal liegt, während der unter ihm liegende gleichgrosseRaum als Schulzimmer dient. Die Hausthüre am hinteren Giebelmit steinerner Vortreppe, führt zu dem Vorplatz vor dem unterenSchulsaal.

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Fig. 48.

18m

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Fig. 49.

An diesen Vorplatz schliesst sich einerseits eine gestemmte Treppevon zwölf Stufen um einen starken Mönch gewunden, sowie eine ab-

Nach dem Grundriss Fig. 48 sind drei kleine Lauben ausgebaut.Zu der einen muss man von der Wendeltreppe aus zu der höherliegenden Laubenthüre steigen, die andre Seitenlaube dient als Abortund die hintere als Speisekammer für die Küche.

Die Blockwand der Giebelfronte ruht nach Fig. 50 auf den um48 cm vor die Mauer vortretenden Balkenköpfen.

Die 27 cm breiten und 81 cm hohen Zwischenpfosten der Schul-fenster sind aussen nach Fig. 51 mit eingestemmten Kreisornamentengeschmückt, welche bei jedem dieser Pfosten verschieden gruppirt sind.

An der Giebelfronte wird auch hier die Horizontallinie durchmehrere Konsolgesimse von je 3 cm Ausladung, welche die um gleichesMaass vorstehenden oberen Blockschichten tragen, hervorgehoben.

Die Dachfetten haben dasselbe Profil wie die Kellerbalken Fig. 50,mit der Viertelskreiscurve darunter. Bezüglich der Höhenmaasse diesesHauses bemerken wir, dass die lichte Höhe des Rathssaales 2,4 m,die Brüstungshöhe der Fenster innen 1 m, die lichte Weite derFenster 56 cm und deren Höhe 76 cm beträgt, welche Maasse auchfür den unteren Schulsaal gelten.

Die beiden Säle bedingen je drei Träger der Deckendielen, derenvorstehende Köpfe deutlich in Fig. 47 zu erkennen sind.

Im Rathssaal sind die Untersichten der drei Träger in folgenderWeise beschrieben:

der Mittlere mit der Jahreszahl 1698,

der eine seitliche mit den Worten:

Domus amica. J. H. S.( Jesus hominum salvator.)Domus optima. Maria. Joseph.

Ein Haus der Einigkeit bewohnt die H( Heilige) Dreifaltigkeit.

der andere seitliche enthält:

Wer beut ein Haus muss bald daraus oder dann erbaue ein ewiges Haus das dir bereite ein Haus das stehtin Ewigkeit.

Rücksichtlich der Stabilität der nahezu 8 m langen Giebelblock-wand ist der scheinbare Mangel an Versteifung um so auffallender,als sonst in der Schweiz, überall wo eine Wand über 6 m Länge nichtdurch Scheidewände gebunden ist, eine künstliche Versteifung, wie wirfrüher nachgewiesen, angebracht wurde. Abgesehen nun von der obenangeführten Verstärkung der Walliser Blockwände, in vorliegendemFalle auf 18 cm, was deren Stabilität befördert, müssen wir gradedie aussen vorstehenden starken Dielenträger, welche periodisch auf2 m Distanz, sowohl der Höhe als der Länge der Wand nach wieder-kehren, als feste Knotenpunkte betrachten, welche, den starken Bindern