So ist das Pfarrdorf Kippel an der Lonza durch Lavinengängedicht vor und hinter dem Orte so beschränkt, dass das Terrain füreinen Neubau daselbst nur mit vielen Schwierigkeiten zu erlangen ist.Dank übrigens der konservativ- katholischen und deutschredendenBevölkerung von Oberwallis, es sind dort die alten Blockhäusergut erhalten.
Als Beleg zu den oben angeführten unterscheidenden Merkmalenführen wir in erster Linie das kleine, von Peter Rieder im Jahre 1665erbaute, wenn auch im inneren Ausbau unvollendet gebliebene Wohn-haus in Kippel an. Dieses einfache, in guten Verhältnissen konstruirteHaus, Fig. 44, dient uns als Repräsentant des im Kanton Wallisallgemein üblichen Blockbaues, während die auf den Tafeln 13 und 15dargestellten Häuser, mehr oder weniger von der Bauart des BernerOberlandes beeinflusst erscheinen.
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waren, so wurden die Konsolchen meistens in die durchlaufende Wand-flucht vertieft eingemeisselt. Die Bemalung der Konsolchen mit densich in gleicher Ordnung wiederholenden Farben weiss, schwarz, rothund grün und deren reihenweiser Ueberbindung, musste sodann denMangel der grösseren Ausladung ersetzen.
cm
300000-000
AND PETER RIEDER HAT LASSEN BAUEN SIN HAUS ANO MDCLXV
VAHRE ECKSTEIN LHS
1667
B
2
Fig. 44.
meter
Dem Grundplan dieses Hauses nach liegt am vorderen Giebel injeder der beiden Etagen über dem gemauerten Keller vorspringendein quadratisches Zimmer von 5,4 m Seitenlänge. Darauf folgt derHausgang mit der gemauerten Vortreppe zur seitlichen Hausthüre undmit der inneren Holztreppe zum zweiten Geschoss; Küche und Kammerschliessen sich dann am hinteren Giebel mit gemauerten Umfassungs-wänden unter gleichem Dach an die Blockwände des Wohnzimmersin jeder Etage an, so dass der ganze Grundplan ein doppeltesQuadrat bildet.
Die erwähnte beschränkte Oertlichkeit gestattete meist nur dieAnlage von einer Seitenlaube mit dem Abort, wie bei Fig. 44.
Da, wo auch der Platz für eine Seitenlaube fehlte, findet manbei andern Häusern Vorderlauben in einer oder in beiden Etagen.Die vordere Giebelwand ruht hier ebenso auf den vorstehendenKellerbalken wie in Fig. 45 bei einem andern Hause in Kippel ausdem Jahr 1667. Diesem Vorschieben der Giebelfronte um 30 bis72 cm begegnen wir bei einzelnen Häusern hier sowohl wie in denUrkantonen und im Berner Oberland, gewöhnlich mit derselben Zeich-nung des spätgothischen Bogens auf der Blockwand über und zwischenden Balkenköpfen wie hier in Fig. 45.
Ebenso wie in den Urkantonen sind auch die am Giebel vor-stehenden Fettenköpfe profilirt oder ausgekerbt und deren stützendeBalken mit einer Viertelskreiscurve an die Vorstösse angeschlossen.Insbesondere erscheinen häufig wie in Fig. 44 nach der Weise vonUnterwalden unter den Fetten mehrere gleichweit vorstehende Block-balken, unter die sich dann erst obige Profilirung anschliesst.
Die Horizontallinie wird durch die wiederkehrenden Gesimse vonje zwei kleinen übereinander verschobenen Konsolreihen hervorgehoben.Mit der Ausladung dieser Gesimse, von 0,8 bis 6 cm, hält ge-wöhnlich die der oberen Blockwand gleichen Schritt und die Vorstössefolgen diesem nach.
Nach dem Querschnitt Fig. 44 bildet dagegen das Gesimse deroberen Fensterbank, welches für sich allein ausladet, eine Ausnahmevon dieser Regel.
Wenn diese Konsolgesimse auch an den Traufseiten angebracht
Fig. 45.
Desshalb wurden auch oft zwei- oder dreifache Konsolreihen voneinem kurzen Zwischenraum untereinander getrennt, ganz analog demBacksteinbau, wo der Mangel an tiefen Schatten durch die Höhe derGesimse ersetzt wird.
Solche, dem romanischen Würfelfries nachgebildete und in gleicherForm stets wiederkehrende Gesimse, machen immer eine zweckdienliche,wenn auch monotone und strenge Wirkung. Sie waren im Wallissowohl wie am Vorderrhein in Graubünden sehr beliebt, ja, an derGiebelfronte eines drei Stock hohen Hauses in Kippel kommen sogarneun solcher Konsolgesimse übereinander vor.
Am vorderen Giebel des Hauses Fig. 44 ruhen die Dachsteinplattenauf vernutheten Brettern, welche 30 cm vor die äussersten Dach-sparren treten.Im Allgemeinen ist jedoch dort die Bekrönung derGiebel vernachlässigt, indem jene Bretter meist durch starke Lattenvon Halbholz zum Tragen der rauhen Steinplatten ersetzt sind.Uebrigens geniessen die Blockwände durch solchen auf 1,2 bis 1,8 merweiterten Dachvorsprung eines besseren Schutzes als in den Ur-kantonen, wo der geringere Vorsprung des Hauptdaches die sogenanntenKlebdächer in jeder Etage nöthig machte.
Wie im Schnitt Fig. 44 angedeutet ist, besteht der Zwischen-boden, so weit die Blockwände reichen, aus doppelten durch eineMoosschicht getrennten Dielenlagen, bei dem Dachboden und den um-mauerten Räumen aber aus einfacher Dielenlage.
Fig. 46 zeigt jene Bodenkonstruktion von einem andern Hause in
1111111110
+1
12 Meter.
Fig. 46.