für den Krippenhintergrund zerschnitten und auf der Rückseite neubemalt. Nun weitet sich der Blick der Krippenbeschauer in die Ferne,wo die Stadt Betlehem zwischen einer italienisch anmutenden weitenFlußlandschaft auf der linken und einer romantisch- wilden Fels-szenerie auf der rechten Seite sich ausbreitet. Verrät das Bild zwarnicht hohe Kunst, so ist es dennoch nicht bäuerlich- ländlicher Her-kunft, sondern vielleicht von einem Klostermaler verfertigt.
Ist die Festzeit dafür gekommen, so ersteht an Stelle des Stallesder Tempel von Jerusalem, in dem die Szene der Darstellung desChristkindes spielt. Auch dafür dient der große Rantener Bildhinter-grund und ein Teil der Figuren, der nur seine Attribute wechselt undin neuer Aufgabe zu den weiteren Schnitzfiguren des Hohepriestersund zweier Ministranten sich gesellt.
Es sind nicht vollplastische Schnitzfiguren, nur jeweils Köpfe undHände sind ausgeführt und gefaßt. Doch verraten sie geschickte Händedes frühen 18. Jahrhunderts. Vielleicht sind es wirklich vereinzelt ab-geschnittene Statuenteile ausgedienter Heiligenstandbilder, die derKrippenbauer für Ranten mit Holzgestellen ergänzte und bekleidete,wie der Retter dieses Kripperls von besonderem Heimatwerte ver-meinte.
Immer wieder scheint man fehlendes Gewand und schadhaft ge-wordene Stücke ergänzt und ausgewechselt zu haben. So ergibt sichfür den Kenner der steirischen Trachtengeschichte das Bild des selt-samen Nebeneinander von Trachtenstücken ganz verschiedener Jahr-zehnte zwischen 1750 und 1900, und da es notwendig schien, mußteauch 1945 und 1949 der ein neues Röckel und jener ein neues Hütleinbekommen. Denn wieder lebt die alte Rantener Krippe und erstehtals eine der ersten im Lande alljährlich schon über eine Woche vorWeihnachten, wenn nach nunmehr schon über dreißigjährigem Brauchan etlichen Abenden vor und nach dem Feste der Christgeburt diewiegenden Weisen der altsteirischen Krippen- und Hirtenlieder zumKlang der Orgel, der Flöten und Geigen durch die kerzenlichte kleineAntoniuskirche beim Paulustor neben dem Steirischen Volkskun-demuseum klingen. Gerade die Wiedergeburt der steirischen Krip-pen- und Hirtenlieder an dieser Stätte hat auch mancher heimatlichenKrippe eine sorgsame Herberge gegeben und bietet sie noch um immerwieder froh besehen zu werden und Anregung oder gar Vorbild zugeben für eigenes, erneutes Krippenschaffen in Steiermark.
Denn inzwischen war wieder einmal die heimatliche Idyllenkrippeaus dem Erbe von Barock und Rokoko in der Oberschicht des Volkesvorübergehend sehr in Miẞgunst gekommen, da sich eine neue, sozu-sagen ,, geläuterte", das heißt ja oftmals von volkstümlichen Auffas-sungen und Beigaben„ gereinigte" Krippenmode durchgesetzt hatte, dievon einem Kreise romantischer Künstler ausgegangen war und in denVorbildern des einen von ihnen weiteste Nachfolge gefunden hatte..4. Joseph von Führichs Bildkunst und die„ orientalischen Glossar ::: zum Glossareintrag orientalischen" KrippenIn der Hochdichtung vieler abendländischer Glossar ::: zum Glossareintrag abendländischer Völker war auf dieKlassik als Gegenbewegung die Romantik gefolgt, in der ein Zweigsich nationale Besinnung und religiöse Vertiefung in vaterländischem
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