warten auf, und das Ganze ist so geschickt angeordnet, daß die Fröm-migkeit aufs stärkste erregt wird 24)."
Inzwischen ist nämlich die Sitte der Kirchenkrippen vor allem inden Jesuitenorten allgemein geworden, da ihr Seelsorgewert auch fürdie deutschen Länder erkannt und erprobt war. Die Weihnachtskrippewurde seit 1580 in der von den Jesuiten geführten Fronleich-namsprozession zu München mitgetragen. Freilich ist hiernur der Futtertrog mit der Christkindpuppe der Mittelpunkt einerSpielgruppe, indes die Zeugen von Betlehem von lebendigen Dar-stellern gespielt werden sollten, wie die Anweisungen in der Prozes-sionsordnung besagen: die vierte Maria bey den Tuechscherern,welche die geburt Christi haben, soll auch fein sittsam nach dem Krip-lein mit dem Joseph gen, ze Zeiten die Hendt aufheben, samb lobt syGott, ze Zeiten die Hendt von einander kreuzweis aufheben, sambverwundert sy sich vber die Allmechtigkeit vnd lieb Gottes, vnd sollIr liebs Kündle im Kriple anschauen. Die sechste Maria bey denKirschnern, welche die heiligen 3 könig haben, die sizt auf einem Stuelbey der Krippen, vnd hat ein lebendigs Khindle auf der Schos 25)."
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Heute noch zeigen gerade jene Gebiete Bayerns, die zur Zeit derGegenreformation die buntesten Spielprozessionen führten, die aller-schönsten Weihnachtskrippen als stolzen Besitz. Sie bezeugen die leb-hafte gegenseitige Befruchtung aller Formen spielmäßig zur Schaugestellter Religiosität jener aufzug- und theaterfrohen Zeit 26).
Begeistert folgen bald die Frauenklöster den Vorbildern der Jesu-iten und Franziskaner. Und wail an der unschuldigen khindl Dagin diser wirdigen Capelln khürchweich ist, hab ich den Heroden sambtetlich unschuldige khindln schnizen und Malln lassen, wail ain groẞyMeng folkh disn Dag dahin khumbt" heißt es 1605 in einem Inventarder Wallfahrtskirche Maria Stein im tirolischen Unterinntale 27).Die Äbtissin der Benediktinerinnen zu Frauenchiemsee in Bay-ern aber vermerkt ausdrücklich, daß sie auf Anraten des Beichtigers,, ein schöne Weihnacht hitten und Berg in der 12 potten Capeln aufdie h. weihnachtliche Zeit aufrichten lassen und den Altar dise Zeitdieweil abhöben lassen, bei wölchem das gemaine Volkh täglich grosseAndacht erzaigt und ihrem Vermögen nach zimblicher massen darzuegeopffert haben... 28)."
3. Italiens Krippenkunst wird große Mode
Das führte wohl allzuweit, wollten wir die Fülle der Notizen überHerstellung und Verkauf, Verbesserung und Wechsel des„ krippl-zeugs" aus den Diarien und Raitbüchern der Orden und Kirchen her-setzen. Klöster und Konvikte der Reformorden, der Jesuiten, Fran-ziskaner und Kapuziner gehen voran. Stadt- und Landkirchen und
24) K. Kusenberg, a. a. O., S. 15.
25) Hager, a. a. O., S. 28.
26) A. Mitterwieser T. Gebhard, Geschichte der Fronleichnams-prozession in Bayern. 2. Aufl. München 1949, S. 69 f.
18
27) M. May r, Maria Stein. Bd. II, Going 1932. S. 18.28) G. Hager, a. a. O., S. 30.