fremdlich. Das Negerbüblein Glossar ::: zum Glossareintrag Negerbüblein mit dem Schirm hinter ihm bei dem Ka-mele schaut ganz keck über die gekrönten Häupter. Hoffentlich wirdes nicht vom Sinnbild des sinkenden Heidentums Glossar ::: zum Glossareintrag Heidentums getroffen, da derKünstler in der Allegoriesucht des Barock die Statue des Jupiter mitAdler und Donerkeilen aus der Tempelruine stürzen läẞt.
Viel gerühmt ist jener junge Hirte mit dem lachenden Gesichte,der sich eben niederkniet. Seinen breitkrempigen Hut voll mit Eiernhat er schon als Krippenopfer vor sich liegen. Nun stützt er sich aufseinen Stab und will wohl zur nährenden Gabe auch noch sein Herzdem Kinde schenken, so sehr strahlt sein Antlitz von Güte, Hingabeund Seligkeit! Der andere hinter ihm, der Jüngling mit dem beinahegriechischem Profil, ist dennoch ein richtiger Steirer. Er bringt demKinde einen rautenförmigen Brotwecken mit dem Kreuz darin, so wiedas Stift nach alter Überlieferung zwei rote Rhomben im Wappen führt,die das Volk als Brote deutet, die einst das Stift zur Hungerszeit ver-schenkte.
So viel Sonne und Heiterkeit ist über diese Admonter Stammel-Krippe ausgegossen, wie sie sonst nur noch die lustigen Berghirtenvon Betlehem als Hanserl, Riapl und Hauser im steirischen Weih-nachtsspiel mit Lachen und Singen, mit Tanzen und Schabernacktreibenim Obermurtaler Hirtenspiel noch heute in die Herzen der Zuschauerzaubern können. Einst gab es dieses Spiel auch im Ennstale. Viel vonder Theatralik mancher seiner Werke mag unser steirischer Bildschnit-zer vom Erlebnis der vielen barocken Studentenaufführungen auf derBühne des Stiftsgymnasiums gelernt haben. Die Schuldramatik blühtezu seiner Zeit in Admont wie überall an den Ordensschulen im Lande.Doch die Weihnachtsspiele im Ennstale sind seit einem halben Jahr-hundert verklungen. Nur im Obermurtaler Spielkreise leben sie nochungebrochen in einigen Dörfern nahe dem anderen steirischen Bene-diktinerstifte, das ebenfalls eine köstliche Krippe wenn auch ganz an-derer Art sein eigen nennt.
8. Die St. Lambrechter Stiftskirchenkrippe.
Wie so gänzlich anders steht die zweite herrliche Barockkrippedes Landes vor uns: die großartige Krippenanlage in der Stiftskircheder Benediktiner von St. Lambrecht mit ihren einhundertvierunddrei-Rig menschlichen Figuren und ungezählten Tieren und Bauten! Ist siedie schönste Krippe im Lande? Das mag jeder für sich entscheiden.Gewiß ist sie die figurenreichste und die lebendigste. Denn sie lebtwie keine andere!
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hat der
Von der Stunde an, da die große Johannesglocke des Stiftes am 24.im Christmond die Mönche zum abendlichen Chorgebete ruft, dieSt. Lambrechter nennen es das„, Christkindl- Einläuten",, Krippel- Meister" durch beinahe vierzig Tage immer wieder zu tun,die Vielfalt der Szenen dieses lebendigen geistlichen Theaters aus Pup-pen und Bauten zu verstellen und die Szenenfülle den Stunden derheiligen Nacht und den Tagen und Ereignissen des ganzen Weihnachts-festkreises nachzubilden. Was muß der Krippelmeister alles wissen anüberlieferter Ordnung und eigenen Einfällen! Nicht jeder konnte esund mancher mußte nach ein paar Tagen dieses ,, Amt" einem anderen
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