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Weihnachtskrippen in Steiermark : kleine Kulturgeschichte eines Volkskunstwerkes
Entstehung
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der Altarkrippe liegt. Die ganze Kraft seiner illusionistischen Kunsthat J. C. Hackhofer in die Bilder dieser Kapelle gelegt, in der wohlin barocker Farbgebung und Gestalt die Erinnerung an die gotischenWeihnachtsaltäre seiner Tiroler Heimat mitschwingt. Als weitererRahmen des Geschehens ist noch Mariens Gang zur Base Elisabeth,das Lichtmeẞerlebnis der Gottesmutter und das Lehramt des Zwölf-jährigen im Tempel in köstlichen Leinwandbildern beigefügt.

Um 1710 war dieses Werk vollendet, das die Menschwerdung desErlösers nicht wie sonst so oft und gerne in ein buntes Gewirr vonHirten und Schafen, von Soldaten und Bürgern der Kleinstadt Bet-lehem stellt, sondern sinnvoll in seiner Größe und Bedeutsamkeit alsSternenstunde der Erlösung im Angesicht der ewigen göttlichen All-macht feierlich faßt.

7. Die Stammel- Krippen zu Kallwang und Admont

So war die Mitte des 18. Jahrhunderts gekommen, das sich so vielauf seinen vermeintlichen Fortschritt zugute hielt, daß es sich unbe-scheiden für das vernünftigste Zeitalter der Welt einschätzte und dasdennoch so gerne mit Puppen spielte! Vor Kaisern und Fürstenhöfendurften die berühmtesten Puppenspieler der Zeit, Geiselbrecht,Tschuggmall und die steirische Familie der Tendler ihre Figuren tan²zen, reiten und fechten lassen. Und haben sich die Menschen des an+gehenden Rokoko nicht selber in manchen Kreisen wie Puppen ge-kleidet und manchmal auch betragen?

Aber daß sich das breite Volk in steigender Freude auch das hei-lige Geschehen mit solchen Puppen vergegenwärtigte, daß es im geist-lichen Volksschauspiel die Komödie zur Andacht erhob und im klei-nen Krippentheater seine ganze Weihnachtsinnigkeit vor Augen stellte,das miẞfiel jenen ach so Vernunftbeflissenen doch immer heftiger. Sogedachten sie mit strengen Erlässen die Religion vor solch ,, miẞbräuch-lichem Unfug" zu beschützen...

Noch aber stieg in eben dieser Jahrhundertmitte der Krippenbauin Steiermark zu hoher Kunst an, in der zwei vornehme Stifte imLande, Admont und St. Lambrecht zwei bleibende Denkmäler schufen,die zum Erlesensten der Krippenkunst in deutschen Landen zählen.Die eine davon ziert die Siftskirche von Admont. Ein gütigesGeschick hatte sie zum Glück vor dem gräßlichen Stiftsbrande bewahrt,der 1865 weite Teile des altehrwürdigen Benediktinerstiftes zwischenden Bergen an der Enns und darunter besonders das Münster des hei-ligen Blasius verheerte. Auch hier zu Admont hatten kunstsinnigeAbte, hochgebildet und zeitzugewandt, Mehrer der Schätze jener groß-artigsten Stiftsbibliothek im Lande, auch äußerlich dem Stifte undmanchen seiner Pfarren jenen Glanz verliehen, der sich selbst nachdem Brandunglücke vor allem noch in der Prunkbibliothek mit ihrenlebendig scheinenden Plastiken spiegelt. Der Künstler jener weithinbekannten bronzeschimmernden Holzplastiken der Allegorien von denvier letzten Dingen, Josef Thaddäus Stammel, hat um dieJahrhundertmitte auch die Kirchenkrippe für das Stift geschaffen, diein ihrer Art und Zeit sich würdig an das hohe Können des unbekann-ten Meisters vom Oppenberger Schrein anreiht.

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