VORWORT
WER
ER in rechter Weise zu wandern versteht, weil er zum Erlebnis derNaturschönheit sein volkskundliches Wissen und sein kulturgeschicht-liches Urteil einzusetzen hat, dem erst wird die Herzensheimat seinerKindheit und dazu jedes bewußt durchwanderte Land zur Kulturland-schaft. Das gilt auch für die stille Steiermark. Verschwenderisch reichsind über ihren grünsamtenen Teppich die blitzenden Edelsteine er-lesener Kunst aus langer, stolzer Geschichte verstreut. Die vielenWeihnachtskrippen sind nicht die geringsten unter ihnen. Sie habenmanchen erfreut, der winters durch die tiefverschneiten Täler wan-derte und auf dem Wege Einkehr hielt in den stiftischen Gottesburgen,in manchem gastlichen Bürgerhause oder auf einem entlegenen Wald-bauernhofe. So ging es auch mir.
Dankbar darf ich jener vielen Fahrten gedenken, die ich mit Er-laubnis und Auftrag der Steiermärkischen Landesregierung als Custosihres Landesmuseums Joanneum machen durfte und darf. Daß etlicheArbeiten über Volkskunde und Kulturgeschichte der Steiermark alsFrucht solchen Wanderns und Sammelns fürs Steirische Volkskunde-museum gedruckt erscheinen durften und nun auch dieses Krippen-büchlein zustande kam, das habe ich aufrichtig der Steiermärki-schen Landesregierung und ihrem für ihre Museen und derenwissenschaftliche Bestrebungen immer so verständnisvollen und hilfs-bereiten Kulturreferat, in gleicher Weise aber auch dem Bundes-ministerium für Unterricht und dem Österreichi-schen Museum für Volkskunde in Wien zu danken. Dennkaum könnten heutzutage Wissenschaft und Heimatliebe in solcher Artder Breitenwirkung eines Museums zu Worte kommen, griffe nichtimmer wieder die öffentliche Hand fördernd ein.
Auch persönlichen Freunden habe ich zu danken. Vor allen denHerren Universitätsprofessoren Hanns Koren, Graz und LeopoldSchmidt, Wien, da sie mir auch hier wie bei manchem früherenWerke ihre Forschungsergebnisse und ihren Rat selbstlos beisteuerten.Dr. Sepp Walter und Fräulein Maria Leiner vom Volkskunde-museum in Graz haben mir viel geholfen, nicht minder auch HerrDr. Alois Milz, Murau und Herr Oberlehrer Rudolf Steiner,St. Georgen ob Murau. Nicht zu vergessen Herr LandesregierungsratFritz Oberndorfer, Graz, der gütige und kenntnisreiche Krippen-onkel meiner Kinder.
Uns allen ist Heimat ein Sinngefüge aus ständigem Erleben undaus dem erworbenen Wissen, daß auch das unscheinbarste Denkmal
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