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Die Glocken läuten..

enn wir heute von Personifikation sprechen, so meinen wir dieVermenschlichung oder Vergoffung eines Abstraktums zu demZwecke der Darstellung, gleichgültig, ob durch den Redner, denDichter oder den Künstler, und es ist noch nicht gar lange her,daß auch die Mythologie mit dem Begriffe der Personifikation arbeitete,um die Wesensart der Götter zu erklären. Dabei wissen wir längst, daßdie Personifikation, nämlich die Vergleichstellung, nicht der Abstrakta,sondern der Dinge der Außenwelt zu dem Menschen das Ursprünglichewar; der Primitive Glossar ::: zum Glossareintrag  Primitive konnte sich den Baum, den Fluß, das Feuer, das Tier,ja selbst den Stern nicht anders denn als etwas im Wesen durchaus Gleich-artiges denken, mit dem er sich im Prinzip auf demselben Fuße auseinander-zusetzen hatte, wie mit dem Mitmenschen. Wie stark diese Auffassung war,für die das Wort Animismus geprägt worden ist, obwohl es noch ungeheuereZeiträume gedauert haben mag, bis sich ein scheinbar dazugehöriger Begriffder Seele gebildet hatte, erhellt unter anderm aus der Tatsache, daß auchGebilde von Menschenhand als beseelt gedacht wurden wie Tier, Gott undMensch: das Schwert, der Kahn, die Mühle. In dem Märchen von Amorund Psyche, wie es Apulejus erzählt, treten nicht nur vergoftete Abstraktaauf, wie es der damaligen Zeit entsprach: die Gewohnheit, die Angst, dieSehnsucht, der Schlaf, sondern auch Ameise und Adler, Schilf und Quelle,ja sogar ein Turm, und auch dieses Erzeugnis menschlicher Arbeit sprichtwie ein Mensch oder ein Tier oder eine Pflanze oder ein Goff. Andersaber die Wasser: von ihnen hört zwar Psyche die Worte in menschlicherSprache, aber sie hört sie in dem ihnen eigenen Geräusche; die Wasserrauschen ihr ins Ohr:" Flieh!"" Hinweg!" Sieh dich vor!", so wie indem Grimmschen Märchen von dem Brüderchen und dem Schwesterchendie Brünnlein warnend rauschen: Wer aus mir trinkt, wird ein Tiger"oder Wer aus mir trinkt, wird ein Reh¹). Ja, in den alten Zeiten, da hatte

In einem marokkanischen, in einem tunisischen und in einem syrischenMärchen stellt ein Sultan seinem Wesir die Frage, was das Wasser sage, wennes siede( Légen, Contes et légendes, 161; 5. Stumme, Tunisische Märchen undGedichte, Leipzig, 1893, II, 76; G. Bergstässer, Neuaramäische Märchen, Leipzig,1915, II, 6), und in einem Märchen aus Fez lautet die Frage, was das hölzerneRad sage, wenn es Wasser aus dem Brunnen hebt( el Fasi, 104).

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