Die Hassesheirat.
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s war einmal ein Mägdlein von ausnehmender Klugheit, und inihrem dreizehnten Jahre hatte sie sich so viel Wissen angeeignet,daß man sie Sapia nannte, und darum gab ihr der König desLandes, wo sie lebte, seinen Sohn ins Haus, auf daß sie ihnerziehe. Sapia nahm sich große Mühe, aber aus richtete sie nichts, da ihreWorte dem Prinzen bei dem einen Ohre hinein und bei dem andern herausgingen, und so begann ihr einmal die Hand zu jucken, und sie versetzte ihmeine Ohrfeige; dies hatte nun freilich die Wirkung, daß Carluccio δαςwar der Name des Prinzen so eifrig wurde, daß er bald der größteGelehrte im ganzen Königreiche war, aber mit dem Wissen wuchs in ihmauch der Wunsch nach Rache. Dieser Wunsch bewog ihn, Sapia zur Gaffinzu verlangen, und er bekam sie auch, und sofort nach der Hochzeit sperrteer sie in eine Kammer und gab ihr nur das schlechteste Zeug zu essenund zu trinken; und was das schlimmste war: er leistete ihr die ehelichePflicht nicht. Endlich von ihr um den Grund einer so schändlichen Behand-lung befragt, tat er ihr zu wissen, er habe sie nur geheiratet, um ihr dasLeben zu verbittern und sich so für den Schimpf, den sie ihm angetan, zurächen. Einige Zeit darauf trat Carluccio, der durch den Tod seines VatersKönig geworden war, eine Fahrt durch sein Land an; Sapia aber, vonihrer Mutter beraten und unterstützt, reiste ihm, ohne daß er davon etwasgeahnt hätte, voraus, stieg in dem ersten Orte, wo er Halt machen sollte,in einem prächtigen Hause ab, das dem für ihn errichteten Palaste geradegegenüber lag, und zeigte sich ihm geschmückt am Fenster, und er verliebtesich richtig in die holde Unbekannte. Alles ging seinen Weg, und als derKönig abreiste, war sie von ihm schwanger; sie kehrte zurück, und mit derZeit genas sie eines schönen Knäbleins. Diese Geschichte wiederholte sichnoch zweimal, und als der König von seiner driffen Reise zurückkam, hatteseine Schwiegermutter aussprengen lassen, Sapia sei tot und begraben; siehatte ihr jedoch nur einen Schlaftrunk gegeben, sie wieder aus dem Grabegeholt und in ihrem Hause verborgen. Voller Freude wollte sich nun derKönig mit einer vornehmen Dame vermählen; bei dem Feste aber erschienSapia mit ihren drei lieblichen Kindern, warf sich ihm zu Füßen und flehteihn an, doch nicht seine Kinder zu enterben u. s. w. Der König nahm Sapianun wirklich zum Weibe Glossar ::: zum Glossareintrag Weibe, und seine Braut gab er seinem Bruder.
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