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Erlesenes
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Keinen Tropfen trinkt das Huhn,Ohne einen Blick zum Himmel aufzutun.

on Hebron aus, der uralten Stadt in Palästina, hat David siebenJahre lang als König über Juda geherrscht, bis er in Jerusalemeinziehen konnte, weswegen denn, wenn von dem Könige vonHebron gesprochen wird, David gemeint ist; Bischof von Hebronaber ist ein Titel, den die Päpste des öftern verliehen, und so hat ihnauch der Doktor der Theologie, Kanonikus und Pfarrer zu unsererLieben Frau in Bamberg Friedrich Forner oder Förner erhalten, nach-dem er Weihbischof von Bamberg geworden war. Dieser Titel wohlhat seinen Träger zu einer skurrilen Anspielung veranlaßt, als er 1618eine Predigtsammlung erscheinen ließ; er nannte sie nämlich ich zitieredie Ausgabe von Ingolstadt, 1630- Rex Hebronensis, Ac posteaHierosolymitanus, Poenitentis Schemate personatus. Das Buch desBischofs von Hebron, das den 50.( 51.) Psalm des Königs von Hebron ineiner Reihe von Predigten erläutert, ist Durchschnittsware und würde heutekeinerlei Aufmerksamkeit verdienen, auch nicht von irgendeinem kirchlichenStandpunkte; interessant aber ist Eine Stelle. In der 71. Predigt nämlich,die den Worten jenes Psalms gilt: Et os meum annuntiabit laudemtuam, zifiert Forner( 503) den Vers des Hohen Liedes, der da lautet: Eccetu pulchra es, amica mea, oculi tui columbarum, um ein auch für einenBischof beträchtliches Kunststück aufführen zu können: die gepriesenenTaubenaugen der Geliebten müssen sich dem Gottes Preis singenden Mundedes Psalmisten gesellen. Das bringt Forner fertig, indem er schreibt: Esentbehrt nicht des Geheimnisses, daß der himmlische Bräutigam die Brautdurch die Augen der Tauben preist: was zeigen die Augen der Taubenan? Die Bedeutung eines dankbaren Gemüts. Wieso? Wie nämlich dieTaube bei jedem einzelnem Weizenkorn, das sie verschluckt, die Augen zumHimmel hebt, so sollten wir bei jeder einzelnen Wohltat Gottes die Augendes Geistes auf Gott richten."

Forner war, da er bei der Gründung des Jesuitenkollegiums in Bam-berg mitgewirkt hatte, ein besonderer Günstling dieses Ordens, und dieseGunst hat sich natürlich auch auf seine Schriften übertragen. Da ist es nunmerkwürdig, daß einer dieser Jesuiten, der Niederländer Heinrich Engel-

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