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Goethe XIX 2001, 207, 224T 2114

Christus und das Hundeaas.

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ber Goethens Verhältnis zu Hammer- Purgstall, d. h., über dieAnleihen, die Goethe bei Hammers übersetzung der Dichtungenvon Hafis gemacht hat, haben wir soeben Ausführungen Rückertsgehört, und Goethe selber hat bekannt, daß der West- östlicheDiwan beweise, wieviel er diesem Buche des würdigen Mannes schuldiggeworden; aber auch der Hammerschen Geschichte der schönen Redekünste geti hozzPersiens, die er ein unschäzbares Werk nennt, ist er nach seinem Geständnis 5.51774in ansehnlichem Maße verpflichtet. Durch dieses Buch hat er u. a. auchein Gedicht von Nisāmī( 1141-1202) kennen gelernt; in diesem setzte ihndie siftliche Betrachtung so in Erstaunen und erbaute ihn so, daß er es fürden Diwan übernahm. Da er dabei einiges geändert hat, seien die beidenTexte zum Vergleiche gestellt:

Hammer:

Herr Jesus, der die Welt durchwandert,Ging einst an einem Markt vorbey,Ein todter Hund lag auf dem Wege,Geschleppet vor des Hauses Thor,Es stand ein Haufe um das Aas,Raubvögeln gleich, die Aeser fressen.Der eine sprach: Es wird das HirnVon dem Gestank ganz ausgelöscht.Der andre sprach: Was braucht es viel,Der Gräber Auswurf bringt nur Unglück.So sang ein Jeder seine Weise,Des todten Hundes Leib zu schmähen.Als nun an Jesus kam die Reih,Sprach ohne Schmähn er guten Sinns,Er sprach aus gütiger Natur:Die Zähne sind wie Perlen weiß.Dies Wort macht den Umstehenden,Verbrannten Muscheln ähnlich, heiß.

Goethe:

Herr Jesus, der die Welt durchwandert,Ging einst an einem Markt vorbei;Ein toter Hund lag auf dem Wege,Geschleppet vor des Hauses Thor;Ein Haufe stand ums Aas umher,Wie Geier sich um Äser sammeln.Der eine sprach: Mir wird das HirnVon dem Gestank ganz ausgelöscht.Der andre sprach: Was braucht es viel!Der Gräber Auswurf bringt nur Unglück.So sang ein jeder seine Weise,Des toten Hundes Leib zu schmähen.Als nun an Jesus kam die Reih,Sprach, ohne Schmähn, er guten Sinns,Er sprach aus gütiger Natur:Die Zähne sind wie Perlen weiß.Dies Wort macht den Umstehenden,Durchglühten Muscheln ähnlich, heiß.

Die letzten zwei Verse hat, wie hier beiläufig eingeschaltet sei, schonHammer mißverstanden, und Goethe hat mit seiner Verbesserung, die erübrigens ausführlich begründet, erst recht kein Glück gehabt. Nach NicolaTumparoff, Goethe und die Legende, Berlin, 1910, 132 f. würde eine wört-

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Beilage 3

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