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Das Bild als Zeuge.

ie Identität des Bildes mit dem Dargestellten bringt, wie wirgesehen haben, mit sich, daß das Bild denkt, fühlt, handeltwie das Original. Sicherlich hat Edward B. Tylor recht mit derals hohe Wahrscheinlichkeit ausgesprochenen Vermutung( Primi-tive Glossar ::: zum Glossareintrag tive Culture, London, 1871, II, 155), daß ursprünglich das Bild nichtsandres habe bezwecken wollen, als die Darstellung eines göttlichen Wesens,und daß der Bildner dabei an nichts weniger als an eine Identifizierungseines Werkes mit dem göttlichen Wesen habe denken können, wie es heuteetwa ein Fetisch- Erzeuger von seinen Kunden voraussetzt; aber ebensoverständlich ist es, daß sich der Primitive Glossar ::: zum Glossareintrag  Primitive, für den alles wesensgleich ist,Mensch, Tier, Himmelskörper, Goff und Ding, bei dem Bilde nicht mitder Auffassung des Erzeugers abfand, sondern einfach identifizierte. Unterden vielen Beispielen für die Tatsache, daß diese Ideen auch im Christen-tum fortwirkten, erwähnt Tylor unter andern auch den Russian boorcovering up the saint's picture that it may not see him do wrong.Dem englischen Anthropologen fällt es natürlich nicht ein, die Religion fürsolche Übungen verantwortlich zu machen, die für ihn auf überbleibseln ausEpochen beruhen, wo es noch kein Bild gab; anders hat noch LudwigFeuerbach gedacht, der im Winter 1848/49 seinen Heidelberger Hörernüber das Wesen der Religion u. a. vortrug( Sämmtliche Werke, Stuttgart,1903 f., VIII, 231): Die Religion... betrügt den Menschen, oder viel-mehr der Mensch betrügt sich selbst in der Religion; denn sie giebt denSchein der Wirklichkeit für Wirklichkeit aus: sie macht aus dem Bildeein Wesen, das aber nur in der Einbildung lebendig ist", und unter denBeispielen, die diesen Schluß begründen sollen, bringt er die folgenden Aus-führungen des Theologen C. F. Stäudlin: Jeder Russe hat... in seinemHause mehrere Heiligenbilder, vor denen er Licht anzündet. Wenn einMann bei seiner Frau schlafen will, so bedeckt er die Heiligenbilder vorhermit einem Tuche. Die russischen Freudenmädchen sind gleichfalls sehr ehr-erbietig gegen die Heiligen. Wenn sie Besuche haben und sich ihren Freudenüberlassen wollen, so verhüllen sie vor allen Dingen ihre Bilder und löschendie vor denselben brennenden Kerzen aus."

Ähnlich nun, wie die Gewährsmänner Tylors und Feuerbachs, erzähltschon der alte Adam Oehlschläger, der sich Olearius nannte; er hatte an der

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