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Hundshaare und Katzenjammer.

ie Zimmerische Chronik erzählt( hg. v. K. A. Barack, 2. Aufl.,Freiburg i. B., 1881 f., IV, 278) eine närrische Geschichte: GrafJakob von Bitsch wird von einem Hündlein, das unter dem Tischenach Knochen sucht, in die Wade gezwickt. In seiner Angst flehter die Tischgenossen an, den Hund zu fangen und zu töten und ihm dieLeber zu braten. Das Tierchen wird gefangen, aber einer aus der Gesell-schaft ist so verständig, daß er rät, es nicht so ohne weiteres tokzuschlagen,sondern zuerst zu versuchen, ob es denn wirklich wütend sei. In Erinnerungan den Spruch, daß kein wütender Hund gekochte Speisen esse, wirft manihm gebratenes Fleisch und sonst gute Bissen vor, und siehe da, der Hundhätte ein halbes Kalb gefressen. Solchermaßen als gesund erkannt, darfer mit Einwilligung des Grafen Jakob Leber und Leben behalten.

Die Medikation, die Jakob von Bitsch im Auge hat, wird wieder vonPlinius angelegentlich empfohlen, und zwar in der Fortsetzung der obenangegebenen Stelle: Am allernüßlichsten aber ist es, den Gebissenen dieLeber des Hundes, der in Wut gebissen hat, nehmen zu lassen, wenn mög-lich, roh, wenn das nicht angeht, irgendwie gekocht"; da aber der Übeltäternicht immer gegriffen werden kann, muß auch in diesem Falle die Gattungherhalten: Auch tötet- man augenblicklich( nach dem Bisse) junge Hundedesselben Geschlechtes wie der, der gebissen hat, im Wasser und läßt denGebissenen ihre Leber roh verzehren." Nach Plinius verordnen ebensoDioskurides und Galen, die die Leber geröstet zu geben empfehlen, und auchRabbi Mathia ben Cheresch in Rom huldigt, allerdings als einziger unterden Talmudisten, dieser Therapie, die Rabbi Jehuda bei seinem germanischenSklaven hat vergebens anwenden sehen( J. Preuß, Biblisch- talmudischeMedizin, Berlin, 1923, 224 f.). Hrabanus Maurus, der im Auftrage desMainzer Bischofs gefragt wird, ob es recht gewesen sei, daß einem voneinem wütenden Hunde Gebissenen die Leber des Hundes gegeben wordensei, antwortet verneinend und empfiehlt im Wiederholungsfall Bestrafungdes Unverständigen auf dem Wege der Disziplin oder mit Fasten( 3. Fehr,Der Aberglaube und die katholische Kirche des Mittelalters, Stuttgart,1857, 104). Trotzdem ißt der Gebissene in Oldenburg noch heute die ver-kohlte und pulverisierte Leber des Hundes auf Butterbrot, und ähnliches

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