14. KapitelIdeale Bilder
Das Ästhetikrepertoire der Heimatschutzbewegungbestand aus harmonischen Kompositionen. Denn Bodenstän-digkeit in Fortsetzung trennte nicht zwischen Natur, Bauwe-sen und Mensch, sondern pflegte das zusammengehörig Schei-nende und schuf sanfte Übergänge. Rhetorik und Bildsprachesind schlicht, haben zeittypische Argumentationsmuster undzeigen deutliche Gemeinsamkeiten mit anderen antimodernenStrömungen.
Was als Schönheit gesehen und ständig reproduziertwurde, war einfach legitimiert. Erdverbundenheit, Verwurze-lung im Boden und Herkommen aus dem Volk bestimmtendie Kombination von wenigen sich der Geschichte entziehen-den Motiven: Volkstanz und Tracht fügten sich zum bäuerli-chen Menschenschlag, Natur und Dorf ergaben landschaftsge-bundenes Bauen, natürliche Materialien in kräftigen Farbenführten zu lebensnahem Sein. Gesichter und Körper sind knor-rig oder schemenhaft jugendlich lächelnd dargestellt.
Der derart zusammengestellte Motivschatz desDauerhaften und Kräftigen konnte bruchlos- und quer durchdie Zeitgeschichte- nutzbar gemacht werden. Der heimatli-che Schönheitskonsens brach aber, als Alternativen durchFilm, Konsum und Jugendkultur Verbreitung fanden und dieerdigen Sujets zu Signets unter vielen machten.
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