8. Kapitel
Der Heimatschützer: z.B. Ulrich Fehle
Den typischen Heimatschützer gibt es nicht. So wiesich Angehörige der unterschiedlichen Generationen der zwi-schen 1860 und 1930 Geborenen den Ideen der Bewegungverpflichet fühlten, fand sich heimatschützerisches Engage-ment quer durch die gesellschaftlichen Milieus und politi-schen Lager. Im ländlichen und kleinstädtischen Umfeldjedoch kamen die Anhänger vor allem aus dem katholisch-konservativen und deutschnationalen, bürgerlichen und klein-bürgerlichen Milieu. Lehrer, oder wie es hieß„ Schulleute",stellten den Kern der Aktiven; daneben waren es Beamte undFreiberufler und immer wieder Baumeister und Architekten,die praktisch und publizistisch für den„ Heimatgedanken"eintraten.
Ulrich Fehle war Baumeister. 1906 in Götzis, Vor-arlberg geboren, besuchte er die Baugewerbeschule in Inns-bruck und kam bereits 1922/23 als Baustellen- Praktikant mitBauten Clemens Holzmeisters in Berührung. Zum„ Heimat-schützer" wurde er nicht zuletzt durch seine berufliche Tätig-keit als Architekt im öffentlichen Dienst bei der Baubera-tungsstelle der Vorarlberger Bauernkammer, später Landes-landwirtschaftskammer( 1926- 1938 und 1945- 1972) sowiebeim Reichsernährungsamt, Kreisbauernschaft in Salzburg( 1938-1945). Sein Spezialgebiet waren Bauten im ländlichenRaum: vom Aussiedlerhof über die Sennerei und Landschulebis zur Kapelle. Dabei verband er lokale Traditionen, die ersammelnderweise in umfangreichen Photo- und Diapositivdo-kumentationen oder in mit baumeisterlicher Genauigkeitnach der Natur gezeichneten- Bildern festhielt, mit neuzeit-lichen, der Modernisierung der Landwirtschaft gerecht wer-denden Elementen. Von historischen Bautypen ausgehend,
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