3. Kapitel
Der„, Verband Österreichischer Heimatschutzvereine"
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Ortsbild- und Landschaftspflege, Denkmal- undNaturschutz, Bewahrung der„ heimatlichen Eigenart" inTracht, Brauch, Tanz und Lied, Kampf gegen alle„ Verunstal-tung durch Menschenhand durch Bauten, Verkehrsanlagen,Reklamezeichen", Schutz bedrohter Tierwelt und der Alpen-pflanzen die Auflistung allgemeiner wie konkreter Anliegendes Heimatschutzes ließe sich fortführen. Karl Giannoni, seinspiritus rector und lebenslanger Vorkämpfer, brachte sie aufeine bündige und kämpferische Formel:„ Gegen die innere undäußere Verödung des Volkslebens“. Unter dieser Parole, derenverschwommene Diktion den vagen Kulturpessimismus desbeginnenden 20. Jahrhunderts aufnahm, wandte sich derHeimatschutz in vielfältigem Aktionismus und quasi rich-tungsloser Zielstrebigkeit gegen alle Symptome der„ Entzau-berung der Welt".
Nach dem programmatischen und organisatori-schen Vorbild des 1904 in Dresden gegründeten„ BundesDeutscher Heimatschutz" institutionalisierte sich 1912 dieBewegung auch in Österreich in einem Wiener Dachverband,zu dem sich die lokalen Vereinigungen der Kleinstädte in derProvinz wie auch die überregionalen Landesvereine der Kron-und später Bundesländer zusammenschlossen. Wenngleichpersonell und institutionell in enger Verbindung mit derstaatlichen Denkmalpflege stehend- in den zwanziger Jahrenetablierte sich in der Zentralkommission für Denkmalpflege( später Denkmalamt) des Unterrichtsministeriums unterGiannoni ein eigenes„ Fachreferat für Heimatschutz"-, sahder Verband seine Aufgabe von Anfang an nicht nur in derErhaltung baulicher Kulturgüter, sondern zugleich im Schutzvon Landschaft und Naturdenkmälern. Zudem dehnte er den
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